Eibensang

Klingende Nachlese

Hier sind sie, die februar-geborenen Kandidaten: raue Skizzen wie immer… Diesjahr war mir die Zeit für FAWM noch knapper geworden: Orga-Kram und Berge von Bürokratie-Gewurschtel (um die Pflege meiner dementen Mutter sicherzustellen) hielten mich in Atem – unter anderem. Dabei hatte ich’s noch gut: Karan setzte mittendrin ein Hörsturz außer Gefecht – mit viel Glück, Medizin und Spucke hat sie sich inzwischen wieder aufrappeln können (und – natürlich – einen wunderschönen Song nach dem anderen beigesteuert…). Sogar Sven hat es trotz erheblichem Job-Stress irgendwie geschafft Erstaunliches zu Gehör zu bringen…

Sein Farewell to a friend haute mir den Vogel raus. Apropos: Mein Favorit auf Karans langer Liste ist Vogel im Kopf, gefolgt von Aller Anfang ist Meer. Natürlich musste ich bei Blauer Ball heulen wie ein Schlosswolf – während ich bei Tinnitus– naja, nicht gerade „Tränen lachte“, aber doch sehr erleichtert war. Ich hoffe, sie kann bald wieder Auf die Straße (nach Möglichkeit sogar zur Geisterstunde 😉 )!

Wer immer noch nicht verstanden haben sollte, was an einem friedlichen Wettbewerb, bei dem man „nichts gewinnen“ kann, so gut ist, höre mal rein in Karans Dein Leben lang – und dann bitte sofort in die gleichnamige Cover-Version von Sapient! Es ist derselbe Song! 🙂

Mich hat zwar niemand gecovert – dafür zauberte cts aus meinem frugalen Demokratie-Liedchen Tanz, kleine Schwester einen oberaffengeilen Freedom Dance Mix! Ich hätte nie gedacht, mal im Dialog mit James Brown hörbar zu werden (wenn auch nur in Form von Sample-Schnipseln, natürlich)! Und bong ließ es sich nicht nehmen, „Tanz kleine Schwester“ sogar auf Dänisch zu übersetzen (leider spielt mein Player seine Songfassung nicht ab).

Die Geschichte von der schwarzen Perle hat jetzt ein Vol. III – nachdem Karan letztes Jahr meine kleine Story vom sterbenden Wikinger mit einem Song beantwortete, der den Themenfaden weiterspann…

Nicht so zufrieden war ich mit meiner Umsetzung vom Krieger der Königin – der braucht strafferes Arrangement und echten Backbeat (weshalb der Link hier auch nur zum Text führt – natürlich könnt ihr die Songskizze auf meiner FAWM-Seite hören!). Ich hoffe auf eine üppige Singvøgel-Bühnenversion irgendwann!

Vom Gatsch-Kind wird es eher keine geben: Diese nächtliche „Session mit mir selber“ – den „Text“ hab ich bei der Aufnahme vollständig improvisiert – eignet sich für eine Trio-Besetzung nur dann, wenn mindestens zwei Bandmitglieder Oktopusse sind.

Was war sonst? Ich habe mal eben die Thrýmskviða verrappt (als Thrýmskviða Rap Part I, Part II und Part III: diese Geschichte aus der Edda, in der erzählt wird, wie der Donnergott seinen gestohlenen Hammer zurückgewinnt – wobei ich die Ausstattung etwas modernisierte, schließlich bin ich kein Mittelalter-Fan (insbesondere wenn’s um weibliche Outfits geht – und seien es, wie in Thors Fall, vorgetäuschte)!

Kann schon sein, dass ich einen verschrobenen Geschmack habe: Wunde klafft, die spontane Neuvertonung eines alten Textes von mir, fand nicht viel Echo. Schon Ende der 80er, als Darstellungs-Nummer in einer Performance, wollte dieser Text irgendwie kein Hit werden… Was mir unverständlich ist, da sich so Zeilen wie „hab ich dich gleich – hast mich noch nicht“ nichtmal bei Goethe, Rilke oder Brecht finden. So was muss einem erstmal einfallen! (Die alten Comic-Heftchen meiner Kindheit waren voller solcher poetischen Glanzlichtmomente! Naja, was wisst ihr…) 😉
Wenn man sich Zwei Zungenspitzen nicht bis zuende anhört, finde ich verzeihlicher: Der Text braucht eigentlich keine Vertonung, und jene ist mir, wie ich meine, etwas lang geraten.

Am letzten Aufnahme-Abend ließ ich mich dann auch mal a capella hinreißen: Wanderers Traumweh röhrt natürlich (meinem Naturell gemäß) 😉 gröber als die urschönen Chants und Gesänge der Wurzelfrau (Anspieltipps: Zwei Raben, Bis wir uns wiedersehn, Schöpferin) oder die sphärischen Höhenflüge von ryuu (antarctica, oder ihre grandiosen Vocals in Munitions Factory)…

Und ganz aus dem prallen Leben, obzwar höchst unterschiedlich intendiert, kamen mir Wolken auf und Unter der Asche: Feuer. Ersteres relativ aufwendig instrumentiert, Letzteres ein typischer FAWM-Schnellschuss (so wie Zu den wilden Wassern: Solche Skizzen entstehen – musikalisch wie textlich – praktisch beim Machen, beim Aufnehmen selbst). Ohne den Zeitdruck bräche man die Arbeit am einen Song ab – der andere aber entstünde gar nicht. Das ist ein Reiz von FAWM: immer genau damit zu hantieren, was die Minute gebiert und ermöglicht!

Der Rest ist Singen… Und ich hoffe, in den nächsten Wochen trotz anderweitiger Arbeit dazu zu kommen, noch einige inspirierende Lieder und Musikstücke der großen FAWM-Gemeinde all over the globe zu entdecken (während man selber „fawmt“, schafft man das ja kaum). Tscha: Früher hab ich den Februar nie „zu kurz“ befunden! 😉

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