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	<title>Eibensang</title>
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	<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 13:50:10 +0000</pubDate>
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		<title>Sing!</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 21:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Zur Zeit</category>
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		<description><![CDATA[Singt, Freunde, singt. Kräht aus vollem Halse, aus ganzer Kehle. Was anderes bleibt uns vielleicht nicht. Aber es sei! Vielleicht hackt jemand ins verstimmte Piano dazu, der Stimmung halber, oder schrammelt Gitarre, oder drückt in die Tasten eines Sizers, oder treibt einen Beat auf dem Trommelfell oder via Sample – vielleicht nicht. Egal. Wir singen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Singt, Freunde, singt. Kräht aus vollem Halse, aus ganzer Kehle. Was anderes bleibt uns vielleicht nicht<a id="more-525"></a>. Aber es sei! Vielleicht hackt jemand ins verstimmte Piano dazu, der Stimmung halber, oder schrammelt Gitarre, oder drückt in die Tasten eines Sizers, oder treibt einen Beat auf dem Trommelfell oder via Sample – vielleicht nicht. Egal. Wir singen. Es ist immer die Melodie der Schöpfung&#8230; die sich in der Polyrhythmie des uns wahrnehmbaren Universums verdichtet und verzweigt gleichermaßen. Meine des Deutschen mächtige Geliebte merkte kürzlich an, sie verstünde mein hier veröffentliches Gesoße nicht immer&#8230; was daran liegen mag, dass ich meist mit mehr Euphorie als Disziplin schreibe: schließlich ist das mein Privatblog. Wundere mich immer, wenn&#8217;s doch wer liest – aber freut mich, wenn ich das mal merke, umso mehr. </p>
<p>Kommentare zum direkten Zeitgeschehen überlasse ich oft anderen. Ich jongliere mit blanken Gefühlen – meinen natürlich. Aber nichtsdestotrotz beziehen sich auch und gerade die immer darauf, was alles so geschieht in der Welt. Ich unterlasse nur meist den Hinweis. Gehe davon aus, dass wir alle eh wissen, erfahren und lesen, was überall los ist. Gehe ferner davon aus, dass ich für Leute schreibe, die z.B. einen blassen Karrieristen wie Wulff oder seine perfide Kontrahentin, die Bild-Institution (die alles andere als eine &#8220;Zeitung&#8221; ist und alles andere als etwa &#8220;Journalisten&#8221; beschäftigt), nicht mit einem der vielen Probleme verwechseln, die wir haben, sondern beide Täter-Aspekte (in dieser Affäre gibt es keine Opfer außer uns und unserer Demokratie!) als typisch gewordene Symptome dessen erkennen, was krank ist – und was wir genau deswegen verändern wollen, verändern müssen. Deshalb beteilige ich mich nicht am Who is who-Zirkus oder Wer-war-das?-Kasperltheater – diesen lediglichen Volksablenkungsmanövern machtgeiler Industriemedien(bosse). </p>
<p>Sondern tippe singend in meine Tastatur: singt, Freunde, singt! Kräht, schreit, tobt und flüstert aus vollem Halse, tiefster Seele. Ihr dürft seufzen dabei, aber seufzt nicht nur. Singt. Lasst vollen Gesang ertönen. Haben wir nicht allen Grund, zu singen? Was sollen wir sonst tun? Jammern klingt zu schepps, und bringt uns selbst schlechter drauf, als wir eh schon von Amts wegen sein sollen – denen wollen wir doch nicht den Gefallen tun, oder? Meckern, mosern, recherchieren, aufzeigen – das müssen wir eh alles schon nebenbei und selber (und unbezahlt) erledigen, seit sich die offizielle Presse zur notlosen Hofberichterstatterin der Herrschenden (Wirtschaft ist gemeint, nicht &#8220;Regierung&#8221;) verhurt hat – und uns nur noch beschämt und verscheuern will mit ihrem Dummschiss-Blah. Schämt euch, ihr Journalisten! Was unterscheidet euch Hofschranzen noch von Werbetextern? Rein handwerklich machen die oft noch bessere Arbeit als ihr. Wir glauben euch nicht mehr. </p>
<p>Ihr Besten: Traut dem rumorenden Gefühl in eurem gepeinigten Gedärm! Kündigt euren Chefs und Verlagen, sucht euch Hilfsarbeiterjobs zum Überleben, und lasst euern Witz, eure Häme, euren Schmäh und euer Können – ja: eure Sehnsucht! –  in Privatblogs fließen: persönlich engagierte und integre, bitte. Dann lesen wir euch wieder, und können einander helfen&#8230; Ich selber will eine Zeitung gründen, wenn ihr zu uns zurückkommt, Lads. Das verspreche ich euch. Dann basteln wir mal ein neues &#8220;Sturmgeschütz der Demokratie&#8221; (das ruhmreiche der Nachkriegszeit ist schon lang zum Revolverblatt des Neoliberalismus verkommen). Ein deutsches Nachrichtenmagazin – wär das nicht was? Grad jetzt – in der Vorkriegszeit, he? (Und der erste, der was über Weisbands lediglichen Lippenstift schreibt, fliegt hochkant. Zum Ausgleich dürft ihr euch über Guttenzwergs Gel auslassen. Weil so einer ja weißkohl sonst nix hat was glänzt&#8230; Aber nur in der Witzecke! Neben den Horrorskopen. Die mach ich. Will ja auch zu was gut sein, gell <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ))</p>
<p>Wir alle tun irgendeine Arbeit (auch und gerade unbezahlte). Die muss aber auch Pausen haben, wenn sie gelingen soll (speziell, wenn&#8217;s nichtmal Euros gibt fürs Engagement – oder nicht genug). Dies ist ein Privatblog, hier ist permanent Feierabend, hier wird gefeiert! Singt, Freunde, singt! Es geht ums Leben – noch nicht nur ums Über-, aber vielleicht bald. Dann müssen wir – erst recht – zusammenhalten, oder das verdammt schnell lernen. Gesang, gemeinsamer, hilft dabei. Jetzt schon aber sollten wir uns an ganz neue Fronten – und Bündnisse – gewöhnen. Wo der Heide der Christin hilft, und beide von bekennenden Atheisten unterstützt werden. Heimat ist, wo das Herz seufzt, isn&#8217;t it? Ich achte dein Kopftuch im Namen des Propheten, Muslima, Merhaba; ich achte deinen Erlöser am Kreuz, Christin; ich schätze deinen Verstand, so du ihn benutzt (und Religiöse nicht nur zu bekehren versuchst;-), bekennende, überzeugte Atheistin&#8230; und ich achte auch deine Werte, Unentschiedener, die genauso viel wert sind, die du unter ebensolchen Mühen erwarbst wie wir anderen die unseren. Ich bin Heide. Ich bete Sonne und Mond an, und finde im Glitsch meiner Liebsten Erfüllung. Dafür ergreife ich Pazifist sogar das Schwert – oder was immer grad zur Hand ist und nottut. Wir müssen vielleicht ein Boot steuern zusammen. Falls wir keine Zeit mehr finden sollten, einander unsere persönlichen Geschichten zu erzählen – müssen wir einander unsere Lieder vorsingen. Unseren Herzen ist zu trauen. Hören wir einander zu. Ich machte die Erfahrung, dass das klappt. </p>
<p>Lassen wir das Religiöse mal beiseite (als das unseren Persönlichkeiten Eigene und Unveräußerbare) und einigen uns darauf: Es gibt kein Gesetz als das Menschenrecht, und wir alle sind seine Prophetinnen. Du sollst keine höheren Gesetze haben außer ihm. Tu was du willst, solange es auch anderen nützt. (Für Kniefiesler: Der letzte Satz ist nicht sooo ganz koscher, aber sein Vorbild war es noch weniger. Schritt für Schritt wird’s besser&#8230; Wir arbeiten dran. Machste mit?;-)</p>
<p>Ein Dichter meines Landes textete einst: &#8220;Es gibt nichts Gutes – außer man tut es.&#8221; Er hieß Erich Kästner, und ich glaube, dass er nicht nur ein guter Verseschmied, sondern außerdem ein hoch anständiger Mensch war. Aus meinem Land kamen so einige Dichterinnen, einige von ihnen dachten sogar selber, deshalb geriet mein Land zwischenzeitlich in den schönen Ruf, eines von &#8220;Dichtern und Denkern&#8221; zu sein (bevor Richter und Henker es zugrunde richteten). Mittlerweile ist mein Land eine Bananenrepublik durch und durch korrupter Seilschaften geworden, dessen Regierung nur noch ein – hoffentlich nicht allzu wackeliges – Verfassungsgericht weit entfernt ist von einem &#8220;Regime&#8221; wie in denjenigen Weltteilen, auf die wir in immer weniger begründbarer Hochnäsigkeit herabsehen, derweil unsere Kanzleuse denen gepanzerte Gleitkettenfahrzeuge mit Kanonen drauf verkauft, womit Leute wie du und ich niederkartätscht werden&#8230; Denn Machthaber fürchten Ideen. Demokratie ist eine. Nach dem arabischen Frühling wär jetzt auch mal ein deutscher, ein europäischer fällig. Wieso ist Island, die Pleite-Insel, nimmer in den Nachrichten? Weil die sich von &#8220;Standard &#038; Poors&#8221; &#038; Konsorten am Arsch lecken lassen – ihre Bänker davongejagt haben und ihren eigenen Dreh probieren. Zu erfolgreich, um ihn Schule werden zu lassen?</p>
<p>Nochmal für alle: Die Schuldenkrise Europas ist in Wirklichkeit das vergebliche Begleichen von Verlusten privatwirtschaftlicher Zocker auf Kosten ganzer Staaten: unserer europay-ischen Volksgemeinschaften. Nicht Griechen sind Versager, sondern einzelne Spekulanten-Arschlöcher, die in vereinter Clique einem ganzen Kontinent (!) Bedingungen diktieren – mithilfe willfähriger nationaler Regimes, deren Korruption real japsende Demokratien ruiniert. Griechische Kinder hungern! Jou, hier und deswegen muss ich unsere Regierungen doch schon mal &#8220;Regimes&#8221; nennen – obwohl sie &#8220;gewählt&#8221; sind. Dies ist der Dritte Weltkrieg. Er wird nicht mit Panzern und Flugzeugen, sondern an der Börse geführt. Wir sind nicht mehr weit genug weg von China: was Freiheit und Selbstbestimmung Lobbyloser betrifft. Die Politiker, die wir wählten (oder ignorierten) als Volksvertreter, haben uns verraten. Sie tun alle so ziemlich das Gegenteil von dem, was sie sollten. Die deutsche Ministerin für Verbraucherschutz verhindert konsequent genau diesen. Die Familienministerin behindert antifaschistische Notmaßnahmen, während Nazis Bürgerinnen ermorden, was der Verfassungschutz mit unserem Geld noch befördert. Was ja auch der Grund ist, eine NPD nicht verbieten zu können&#8230; Skandale wie die um Guttenberg &#038; Wulff – wer ist der Nächste? – sind nur die Fettaugen auf der Kotzbrühe. Typisch sind sie, mehr nicht. Das Problem sind nicht die Personen, sondern die Struktur, die solchen peinlichen Figuren Karrieren ermöglicht bis hin zur Fehlbesetzung wichtiger Posten. Presse vs. Bundespräsident? Von den Bedeutungen – und Verantwortungen! – eurer Ämter habt ihr beidseits nicht nur keine Ahnung, sondern ihnen gegenüber lediglich machtintendierte Absicht. Letzteres ist&#8217;s, was ich euch verüble. Zutiefst. Ihr tretet, was Generationen errungen haben, nicht nur mit Füßen: Ihr wichst mal eben drüber. Kinder und Kindsköpfe, die so täten, hieße man einhalten. Erwachsene müssen sich das Urteil gefallen lassen: Abschaum! Es wird Konsequenzen haben. Die keineswegs ihr bestimmt. Versprochen.</p>
<p>Es gibt kein Gesetz über dem Menschenrecht, und wir aus den Völkern sind sein Prophet. Singt, Freunde, singt. Müssen nicht mal &#8220;Protestsongs&#8221; sein (obwohl diese fast vergessene Tradition – gerade im Pop! – weißsöllner eine Neubelebung vertrüge). Singt ruhig – oder gern auch: aufgeregt – von der Liebe. Wenn ihr sie meint! Oder was immer euch bewegt. Aber singt! Aus voller Kehle, aus tiefstem Halse, aus innigster Brust. Oder mit den Händen, den Fingern, dem Bauch, den Hüften, den Füßen&#8230; Was halt so geht. Womit auch immer. Tut es mit Geist: das ist der Sinn von &#8220;begeistert&#8221;!</p>
<p>Und so singe ich: als der Mann, der ich bin. Als kleiner Junge, der sich seinerzeit nicht traute. Den hab ich aber immer noch in mir, und jetzt holt er das nach. Ich singe auch als der Greis, als der ich (falls ich so lang lebe) abtreten möchte, wenn es soweit ist. Ich singe als das Mädchen, zu dem sich meine weiblichen Anteile zusammenraffen; ich singe als all das, was ich ebensogut hätte werden können, und was noch Spuren der Sehnsucht (oder auch nur des Schmunzelns) übrigließ – und ganz besonders als das Tier, das ich in mir spüre – überhaupt singe ich mit all meinen Persönlichkeitsanteilen. Sogar meine Götter singen. Heast, Oida? Ich hör dich gut. Ich hör euch alle gut. Unten wie oben. Jetzt geht’s los. Und weiter. Damit wir uns hören, einander finden, die Zeichen verstehen, und uns verbinden.</p>
<p><em>&#8220;Von einem Mund zum andern / von einem Ohr zum nächsten / Lass die Finger wandern / von einem Reiz zum andern / Raun&#8217; den Rhythmus weiter an den Nächstbesten / um ihn zu verhexen / Wer unterkühlt fühlt, ist leider am Verlieren / im bleichen Erwarten todbringender Blitze /<br />
Hämmer das Leben / über die Bühnen / durch den Äther / drauf aufs Magnetband / Gevatter Computer pumpt&#8217;s um den Globus /  Bann mich im Rhythmus / Ich reich ihn weiter&#8230;&#8221;<br />
Aus &#8220;schweigend &#038; schwitzend&#8221; (1984)</em></p>
<p>tl;dr: Neues Jahr – alter Scheiß: den gilt&#8217;s zu ändern. Damit wir uns hören, uns finden und treffen, singen wir einander zu.</p>
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		<title>Wunschkonzert</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 02:53:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Zur Zeit</category>
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		<description><![CDATA[Ich will wilder wünschen lernen. Wieder oder erstmals? Hauptsache, dass! In einem blitzschlagkurzen Anfall kindlicher, komm-pleet yrazzionaler (Schreibweise passt schon so) Weisheit habe ich gesehen, dass all die Mängel, die mich umgeben, von ganz naa bis weltweich, aus meinem allzu kleinlichen Gewünsche resultieren. 
Eine Gibson? Fuck it! Haben nicht grad wir Singvøgel uns selber immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will wilder wünschen lernen. Wieder oder erstmals? Hauptsache, dass! In einem blitzschlagkurzen Anfall kindlicher, komm-pleet yrazzionaler (Schreibweise passt schon so) Weisheit habe ich gesehen, dass all die Mängel, die mich umgeben, von <a id="more-521"></a>ganz naa bis weltweich, aus meinem allzu kleinlichen Gewünsche resultieren. </p>
<p>Eine Gibson? Fuck it! Haben nicht grad wir Singvøgel uns selber immer gesagt, dass wir alle Werkzeuge kriegen, die wir brauchen – und hat das nicht immer gestimmt?</p>
<p>Ein Einkommen? Verficktverkrachte Affenmonkeybiznizkacke! Kommt da etwa nix rein bei mir, das irgend zu gebrauchen wäre – und sei es zum Durch- und Weiterkommen: grad dazu?</p>
<p>Und wie zum Arschfick <em>komme </em>ich überhaupt dazu, mir derart lächerliche Betails, äh, Details wünschen zu wollen wie ein verdammtes drahtbespanntes Stück Holz mit Klinkenbuchse oder gar sowas Oberesomystisches wie einen anständigen Lebensunterhalt? Geht&#8217;s noch oder hackt&#8217;s schon? Bin ich dafür durchgekommen? Durch all die Schläge, die Idioten und die Jahre? Bei der Milch meiner Mama – und allen Fesseln, denen ich entfloh: Wozu bin ich bis hierher getobt? Ich glaub, ich brauch&#8217;n Schluck von (Ex-)Schwiegervaters Whisky. Kein Themenwechsel. Im Geigentiel. Drauf und dran!</p>
<p>Veränderung dräut: an allen Fronten. In allen menschengemachten und -beeinstupsten Bereichen. Es gibt ein paar Sachen die waren noch nie / in Ordnung, und jetzt reparieren wir die. Ich sammle die Tage: all die erlebten. Erinnere mich. Von meiner ersten Gatschpfütze bis zum Glitsch der jüngsten Geliebten. Vom ersten Zungenschlag bis zur letzten angeschliffenen Spitze. Von den Nonnen meines Kindergartens, die ich (aufgrund ihrer Tracht) nicht für menschliche Wesen hielt (was mir aber ganz natürlich vorkam) bis zu den Verrätern meiner Demokratie, die ich (aufgrund ihrer Niedertracht) sehr wohl und übel für Menschenwesen halte (was mir weder natürlich vorkommt noch muss: Schließlich ist es Kultur, für die ich streite). Über ein halbes Jahrhundert Erinnerungen. Eine Schatztruhe voller Erfahrungen. Die bilden das Land, auf dem ich stehe: barfuß und aufrecht. Und dessen Lehm liegt Schicht für Schicht und dicht an dicht auf den Leibern der Ahnen, die sind mehr als Staub. Meine Muttererde. Mein Schwesterwald. Mein Vatersohn. Mein Bruderfreund. Mein Sehnsuchtsmond, mein Herzensstern, mein Tröpfchenglück, mein Tränenmeer. Meine heile Vetternwirtschaft. Kommt zusammen. Kommt heraus! Längst in Flammen: steht das Haus. &#8220;Tot liegt die Maus vorm Monitor – durch alle Windows soll es ziehn!&#8221; Viel Feind, viel Ehr&#8217; – und darüber der Speer. Gerufen, dazu: die Namen der Großen. Im Namen derer, die sich erheben. Wir sind so verdammt viele. Ich reite euch ab. Erster der gellt, erster der fällt? So tot kann ich gar nicht werden, dass ich nicht über mein pralles Leben hinauslache. Und wenn ich der Letzte bin. Der letzte der lacht. Der letzte der&#8217;s macht. Alles mit euch, und für. Damit eine Blume erblüht inmitten der Welt. Selbst wenn die auf Asphalt macht. Das Land darunter – das ist unser. Dieses Land unter dem Beton – das ist unser Akku. Sagt euch dieser gelernte europäische Indianer. Der einen Namen trägt. Lang weht mein Haar. Ich bin ein Mann geworden. Zum König gekrönt von mehr als einer. Und jede eine Auftraggeberin. Es wohnt eine Frau im Süden, die nannte mich einst den &#8220;Besten der Herde&#8221;. Sie mag nicht mehr meine sein, doch ihrem Urteil ist zu vertrauen: nach wie vor. Ich grüße ihren Neffen! Sogar mein toter Papa ist längst stolz auf mich. Ich stelle seine Ehre wieder her. Kunststück? Nun. Ich bin Künstler. (&#8221;Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit&#8221;. Karl Valentin)</p>
<p>Ich werde meine ganze Stimme brauchen. Und was da sonst noch ist an Kapital. Und dann spielen wir mal ein bisschen Dschingis Khan (nicht den bescheuerten Popsong, sondern schon ganz im Stil des alten Mongolen. Sein Auftreten mein ich. Natürlich nur.)!</p>
<p>Hölle, jetzt weiß ich wieder, wozu ich die Gibson wollte. Aber das schaffe ich auch ohne sie. Muss noch ganz anderes schaffen: ohne so manche Liebste, ohne die ich&#8217;s nicht zu schaffen meinte. War das nicht immer so? Und geht’s nicht vielen so? Beinah&#8217; uns allen? Verbündet bleiben wir eh! Auf ewig und jetzt! Schon die ollen Kelten sollen nackt in den Kampf gezogen sein. Victory! Auch meine Siege müssen nicht notwendig militärische sein.</p>
<p>Die Welt, wie sie sich zu mir grad verhält, riskiert, dass es nicht mal ästhetische sind. Sein brauchen. Ausziehen? Passt nur auf. Ich mach das. In meinem Alter ist das eine Drohung. Die ein rachekaltes Grinsen enthält: Ich bin nämlich stärker als früher. Verhöhnt als Zwerg, kehre ich wieder als Riese. Hallo, ihr Saftsäcke, wie geht’s denn so? I&#8217;ll be back. I am. Here we go! Wer fragt noch nach Hübschheit? Scheiß auf die Retuschen. Ich bin der Herold heimlicher wie unheimlicher Kriegerinnen. Vielfacher Narbenträgerinnen. Es gibt da einen Stolz, der drückt sich auch im Außen aus. Der braucht vielleicht eine Umschreibung der allgemeinen Ästhetik. Nicht der einzige Wert, der umgewertet werden muss. Verwandelt in das, was er sein soll. Zur Abwechslung mal mit Inhalten gefüllt, auch. Geht schon. Kriegen wir, machen wir auch noch. Ich komm weißdiegöttin nicht, um Popstarlets Konkurrenzchen zu machen. Ich schreite denen voran, die mich stützen. Hielten. Mich fingen, als ich fiel. Die mich befeuern. Die ich halte, wenn sie fallen. Denen mit Falten am Speck. Denen mit Blut im Herzen und auf der Seele. Denen mit Rollstuhl unterm Feuerarsch. Denen, die Krücken nötig haben mögen in Emotio und Habitus. Aber diese Krücken verwandeln sich in fliegende Speere. Und wenn die fliegen, stehen wir immer noch. Selbst wenn wir liegen dabei, lägen wir richtig. Bauch am Boden? Selbst das geht mit aufrechtem Rückgrat. Gemessen wird die Haltung. So kraftvoll, wie wir liegen, kann der Feind nichtmal stehen. Leckt uns die Ärsche. Schneidet uns die Zungen raus: Wir furzen euch die Melodie. Wir sind das Heer. Die im Schatten. Die von der Sonne träumen. Eine lächerliche Armee? Ein Lumpenpack? Wir sind nicht verwöhnt. Aber schon durch ganz anderes durch. Es gibt keinen Schrecken, den wir nicht hinter uns hätten. Ihr – und wer noch – seid gegen uns? Na denn ma&#8217; los! Diskutiert eure Strategie. Wir noch im Kampf unsere Befindlichkeiten. Können wir uns leisten. Locker. Nein, verwöhnt sind wir wahrlich nicht. Wir trinken das Blut unserer eigenen Herzen, wenn&#8217;s sonst nichts zu saufen gibt. Wir geben es einander. Das unterscheidet uns von euch Vampiren. Wir sind – oder bilden jederzeit – eine Gemeinschaft. Ihr nur Karrieristen. Vereinzelte. Aber hört mal: Schließt euch uns lieber an. Wir bieten die besseren Bedingungen. Für alle. Lauscht dem Feindsender. Ihr seid auf der falschen Seite. Lauft über. Tief im Herzen wisst ihr es, spürt ihr es! Kämpft nicht weiter für Unrecht. Euer System frisst euch auf. Ihr seid seine nächsten Opfer. Wir bieten Obdach, Erkenntnis, Arznei. Bei uns dürft ihr sein, wie ihr seid. Ohne Maske. Ohne Harnisch.</p>
<p>Die Nacht gehört den Liebenden. Was wisst ihr denn, wieviel Liebe ich in meinem Herzen gebunkert habe. Wieviel davon komprimiert. Die Brust will mir platzen. Soll sie. Ich brauch das ganze Kapital. Euch euers zu erinnern! Es herauszulocken! Messt euch, Freunde, nicht an euren euch allezeit allzu klar erscheinenden Defiziten oder gar &#8220;Fehlern&#8221;! Messt euch an dem, was ihr wirklich wollt – noch besser: an dem, was ihr wolltet. Als ihr noch meintet, zu können. Denn das ist, was ihr könnt. Vertauscht Damals mit Heute. Denn Damals habt ihr nur geträumt davon, um euch Heute zu erinnern. Die Wahrheit ist: Ihr könnt. Heute. Erst. Und wie! Ich hacke einen Refrain in die Tasten, und ich will, dass ihr einstimmt, dass ihr mitsingt! Das ist schwer, so ganz ohne Sound. Aber haben wir nicht schon Schwierigeres geschafft, weit Schlimmeres überstanden? Ich appelliere an eure persönlichen Erfahrungen. All die Schmerzen, die Tränen, das Blut! Malen wir einen Refrain damit. Einen Chor! Die Welt im Wandel? Wanken soll sie! Was haben wir zu verlieren – als unser vermeintliches Los? Karan, ich tauche einen Finger in deine Lunge. Brigh, ich male ein Eichhörnchen ans Firmament deines Sehnens. Was geht ab, Joe? One two three four! Rhythmen, die der Nacht gehören? Yeah, doch auch der Tag sei unser! Und alle Wusels tanzen! Camilla, ich möchte deine Freundin sein, Martin, ich mag von dir lernen. Hunty, ich bedarf deines Schutzes, und deines wahnwitzigen Mutes, Antje, und all eurer Wut! Wo ist meine Scheiß-Gibson? Hört ihr das Riff? Es tönt von Sinsheim aus bis rauf nach Lüneburg, Hamburg, über Thüringen bis rüber nach Leipzig, hey Micha, rüber nach Bocholt, hey Jan, nicht nur vorbei, sondern mittenmang durch Aachen, hey Babs, Ansgar, Stefan, runter gen Lörrach, oh Joy, weiter nach Graz, Phoenix, in den wilden Osten, nach Hexenheim Wien, wo ich liebte und immer noch – Wasser in der Donau habe&#8230; bis ganz runter nach Südandalusien, zu Ines und Bert und dem Wurschthund. Aus deiner Einsamkeit, Felis, ziehe ich die froheste Melodie – und hab sie nur von dir. Steh mir bei, Volkmar, ich bedarf deiner Erde und all ihrer Himmel. Tschilp! Und – hey, Sven – ich geb dir Struktur und Rückhalt beim Aufstand deiner Gefühle! Sie sind meine Freunde! Falls ich streng rieche – sorry, das ist der Schweiß, den ich absondere beim Abreiten eurer Reihen. Klack klack, Schwert und Speere! Ich kann nicht alle nennen. Ein roter Morgen! Franks Ofen wärmt meinen Arsch übern Gang im Bragishof. Oder wie flüsterte schon Aragorn in seiner dunkelsten Stunde: &#8220;Für Frodo!&#8221; Fürwahr. Ein winzig kleines Wesen bringt einen wahnsinnig großen, schier unbesiegbaren dauerwachen Turm zum Einsturz. Und selbst, wenn das nicht gelungen wäre – hätte es sich gelohnt. (In Wirklichkeit: nicht im Kino.) </p>
<p>Hoffnung ist immer winzig. Und am Schluss das Zünglein an der Waagschale. Weltreiche stürzen über sie.</p>
<p>Wünschen? Es kann nicht groß genug sein. Es ist aller Neuerung Anfang. Odin! Dich ruf ich, Wunscherfüller! Auf geht’s! Mit oder ohne Gibson. Aber mit allen Freunden. Heavy Mental.</p>
<p>tl;dr: Meine Stimme ist eine an einen Fender Twin Reverb angeschlossene Hochpreis-Rockgitarre. Mir ist ein Riff eingefallen. Sing den Refrain mit!
</p>
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		<title>emokratie jetz</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 20:59:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Zur Zeit</category>
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		<description><![CDATA[Neue Zeiten brechen ab. Duke Meyer hat seine alte Band reformiert. Sie spielt in der Originalbesetzung: Sven Scholz an allen Drums, Karan alles außer Drums, und was ich mache, wird noch nicht verraten. Am Montag steigt unser Comeback in Cairo (auf der Würzburg). 
In diesen vorrevolutionären Zeiten haben fähige Strippenzieherinnen aus M.A.F.I.A. (Multiple Anarchistinnen finden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neue Zeiten brechen ab. Duke Meyer hat seine alte Band reformiert. Sie spielt in der Originalbesetzung: Sven Scholz an allen Drums, Karan alles außer Drums, und was ich mache, wird noch <a id="more-520"></a>nicht verraten. Am Montag steigt unser Comeback in Cairo (auf der Würzburg). </p>
<p>In diesen vorrevolutionären Zeiten haben fähige Strippenzieherinnen aus M.A.F.I.A. (Multiple Anarchistinnen finden intensive Anfänge), CSI (Circus situativer Intelligenz) und ABC (Alphabet) das Management übernommen. Unser Vertrauen in den Euro wäre größer, wenn wir denn noch einen hätten. Als Übergangswährung wird schmutziges Kampfgrinsen akzeptiert. Es gibt eine Geheimwaffe.</p>
<p>Wir haben die Liebe im Gepäck. An jedem gottverdammten Bahnhof lasse ich einen Koffer stehen. Jeder dritte explodiert. Im ersten und zweiten waren wahrscheinlich nur Glaube und Hoffnung. Nicht so explosiv – obwohl die ja bekanntlich zuletzt stirbt.</p>
<p>&#8220;Aber jetzt noch nicht.&#8221; (Zitat aus &#8220;Gladiator&#8221;)</p>
<p>Hey, ihr da draußen an den Bildschirmen! Ihr Verzweifelten und Einsamen und Kranken! Wisst ihr nicht mehr, was uns Charles der Große (Chaplin) im Finale vom &#8220;Großen Diktator&#8221; gesagt hat? Das gilt auch für den Kampf gegen die Krisentreiber des Hochfinanzfaschismus! Die Welt wackelt. Wackeln wir mit! Schüttelt eure Mähnen! Sagt nein! Und sagt ja! Aber beides zu den richtigen Sachen! </p>
<p>Ich hab noch eine alte Fahne, die ist schon ganz zerrissen. Aber lässt sich noch hochhalten. Was steht da drauf? &#8220;&#8230;emokratie jetz !&#8221; Wird schon was bedeuten. Emokratie jetz! Jemand hat draufgekackt. Das muss ich noch abwaschen. Aber dann hoch damit!</p>
<p>Vergesst die Sheets nicht. Die mit den guten Songs. Wir schreiben noch ein paar neue. Nicht, dass wir dann keine haben! Wenn&#8217;s drauf ankommt! Und es kommt ja schon. Alles, was du heute wünschst, wird schneller wahr und wirklicher als sonst. Also pass auf, was dir durch den Kopf geht!</p>
<p>Wir kommen. Wir kommen mit Ungeduld und Spucke. Mit Windeln und Rollstuhl. Und immer mit ganzem Herzen. Armee der Alarmierten. Der All-Armierten! Wir sind Legion. Die schweigende Mehrheit bricht ihr Schweigen heute. Occupy Bürgersteig. Occupy Schlagloch. Occupy Castorgleis. Es ist unsere Welt. Wohin können wir, wohin gehören wir denn? Alles Gasriesen und Geröllwüsten außer Mama Globus. </p>
<p>Eine Gitarre hat sechs Saiten. Und jede Flöte soviele Löcher, dass man manche davon sogar zuhalten muss. Einer meiner Freunde ist Drummer. Noch ist er nicht nervös. Aber wehe, wenn sie losgelassen. Sage keiner, wir seien schlecht bewaffnet. Es ist der alte Kampf. Schall gegen Blei. Geschosse zerfetzen Leiber, Gebäude, Verhandlungen und Schönheit. Aber niemals Ideen. Geschosse tragen Tod und Zerstörung in die Welt. Schall trägt Ideen. Immer, wenn Geist im Spiel ist. Geist ist geil! Beim Saturn! (Das ist kein Konzern, sondern ein Gasriese. Ein Herr der Ringe! Die Astrologen zittern vor ihm. Er beherrscht mein erstes Haus. Deshalb quietscht und qualmt es, wenn ich loslege. Ich bin auch ein Riese, einer aus Fleisch und Blut. Ich komme gerannt mit angezogener Handbremse.)</p>
<p>Das blanke Herz in der Hand. Stör dich nicht an seinem Blut, Schöne. Das sind nur Tropfen, die machen Flecken auf dem Teppich. Doch der wird uns sowieso grad unter den Füßen weggezogen. Sei&#8217;s drum! Meine Hobbitquanten stehen gut auf Lehm. Sie sind meine gefährlichste erotische Zone: Sie wandern. Von einem Mitstreiter zum andern. Und das geht Mund zu Ohr. Noch drehen Hände Zigaretten. Aber das ist nicht alles, was sie können. Ein Ire namens Patrick christianisierte halb Europa. Auch er ging zu Fuß. Ich laufe von Bahnsteig zu Bahnsteig. Steige aus und ein. Denkt an meine Koffer. Die voller Liebe. Jeder dritte&#8230; Ich weiß genau, was ich tu: je älter ich werde&#8230; Und ich bin nicht allein!</p>
<p>In jedem guten Menschen, den ich traf – und mich trafen viele – habe ich einen Funken hinterlassen. Diese Funken erkennen einander. Sie vernetzen sich gerade. Das bleiben sie noch, selbst wenn wer das Internet abschaltet. Behindert zu werden, sind wir schon lange gewohnt. Lasst euch ruhig was einfallen. Ich weiß, dass wir siegen. Wenn ich nicht mehr weiterweiß, ruf ich meine Ahnen an. Sitting Bull erzählt mir, wie das damals war. Er ist nicht der Einzige, den es zu rächen gilt. Die Erde dreht sich. Krieg ist nur einen Schuss entfernt. Liebe ist nur einen Kuss entfernt. (Rolling Stones, Gimme Shelter)</p>
<p>Ich stelle den Sound ein für Taavi, einen erst kürzlich geborenen Menschen, der mir am Herzen liegt. Und für Paul, der schon ein paar Monde älter ist. Mein Verstärker ist nach einem grandiosen Entertainer benannt, dessen Vorname Bo war. Meine Liebe zu ihm ist in meinem Fender Twin Reverb, und sein Sex in meinen Fingern, obwohl die erst spät die Gitarre entdeckten. Besser spät als nicht. Ich spiele auch für meine Toten. Aber immer für die Lebenden. Ich bin ein heidnischer Politiker. Ich habe die beste Seilschaft. Sie reicht quer durch die deutschsprachigen Lande, und darüber hinaus. Es gibt einen Stützpunkt in Spanien. Wir sind viele, wir sind stark.</p>
<p>Und wir haben die Liebe. Wir sind ihre Kinder. Wir weinen viel. Irgendein Wasser braucht es ja für die Fahrt unserer Boote! Auf geht’s! Wechselt die Windeln, schmiert die Räder des Rollstuhls! Wir sind die wirklichen Menschen. Die Unretuschierten! Die mit Pickeln, Orangenhaut, Speck zuviel, Hängebrüsten, Schlappschwänzen oder krummen Nasen – egal. Wir sind die Potenz der Wirklichkeit. Und wir begehren einander! Willst du mit mir gehn? Schön! Occupy Laufsteg! Ich rufe hiermit ein neues Casting aus. Zeigt eure Seelen, wirbelt eure Sehnsüchte bis zur Sichtbarkeit über die Bumsköppe der Zahlensklaven, die uns versklaven! Emokratie jetz! </p>
<p>Der neue Laufsteg ist nicht von abgehalfterten Pseudopromis bepublikumt. Farne säumen ihn, Gewächse ranken sich über ihn, mitten durch den Urwald geht er. Eine orangerote Sonne geht auf über ihm, bezwitschert (betwittert?) von abertausenden Vögeln. Das ist meine – nein, nicht Phantasie, sondern: Erinnerung an einen realen, magischen Morgen in meinem Leben. Mal dir eine andere, wenn dir die nicht passt. Wir kämpfen für dieselbe Sache, Freundin, Freund, Schwester, Bruder. Mutter, Vater, Opa, Oma. Enkelin, und auch du, Sohn meines&#8230; wie nennt man das? Sohn des Mannes, der meine Geliebte schwängerte. Ich küss euch alle drei, und noch ein paar mehr. Wir gehören zusammen. Ich laufe von Bahnsteig zu Bahnsteig. Rutsch über Gleise. Hinterlasse Funken. Hoffnung auch, hoffe ich. Die ja nicht so explosiv ist. Aber als letzte stirbt. Jetzt noch nicht. Jetzt geht’s erstmal ab. Occupy Terra. Occupy life. Yours! Ours!</p>
<p>Was soll ich noch sagen. One two three. Dreivierteltakt. Für Zeiten wie diese. Ruf ich die Macht. Ahnen, her zu mir! Folgt mir! Im Namen der Donau. Im Namen des Rheins! Stelle ich Sound ein, an einer Gitarre, die mir ein Freund gebaut hat. Mächtige Waffe! Meine sexfeuchte Windel, mein Rock&#8217;n'Rollstuhl. Was bin ich? Ein Musikant? Ein Wortschreiber, ein weiblicher Mann, der sein bisschen Testosteron für die Leidenschaft konzentrierte, so dass davon nix übrig blieb für die Scheißsozialisation unter Arschlöchern? Meine Macht ist die Sehnsucht. Sie schreibt sich bei mir nur in Großbuchstaben, und schreiend. Wie ein Kind. Dieses will nicht altern. Es will gesäugt werden und geschaukelt, beruhigt, geherzt und geliebt. Es ist gnadenlos. Lärme, Bo, mein guter Verstärker! Mein Bester! Die bessere Welt ist immer die, kann nur die sein und werden, die wir jetzt grad machen! Krieg nur ein Schuss, Liebe nur einen Kuss weit weg. Ich habe soviele Küsse in petto, mehr als Milliardäre Euros. Sie, meine Küsse, kommen geritten über Tränen, aber sie lachen dabei. Sie kommen auf Flugsauriern geritten, sie sind ganz großes Kino, ohne eine Leinwand zu brauchen, sie kommen direkt aus dem Herzen und landen in deinem. Sie kennen die Route, kennen sie gut. Angezogen vom Ruf der Verzweiflung, wittern sie Morgenluft. Die dunkelste Stunde ist die vor dem Sonnenaufgang. Reich mir die Hand. Eine Armee wird gebildet, findet sich zusammen – wie was, sowenig Speere? Aber es sind die besten. Ich reite die Speere ab, klacke sie an mit meinem Schwert oder meiner Gitarre oder meinem Bass. Was ich rufe, versteht jede/r auch ohne Mikrofon. Meine Kehle ist gut und laut. Sie wurde dafür geschaffen. Mein Taufname war Harald: der dem Heer vorauszieht. Nur Fahnenträger. Aber das kann ich , mach ich. Dank euch, ihr Großen. Es gilt! Emokratie jetz! </p>
<p>Bis die Gespenster, die grässlichen, verrauchen. Die Kleinen besiegen die Überblähten. Wir sind mehr. Wir sind die Personen. Die wirklichen. Die Matrix krackst. Öffne die Augen. Die schmerzen, weil du sie noch nie benutzt hast. Wir sind mehr als Endverbraucher. Wir sind die einander helfende Spezies. Wir gehen so schnell, wie die oder der Langsamste von uns mitkommt. Inklusiv Pausen, und Stützdich, Tragdich. Grins mir zu. Ich kröne dich mit dem Schädel des Höhlenbären, denn du, die du nicht laufen kannst, bist unsere Schamanin. Du rettest den Stamm. Mit deinen speziellen Erfahrungen, die nur du hast. Und mit uns teilst. Für uns einsetzt. Dafür jagen wir für dich mit, und braten dir Futter. Das ist die Art, wie wir überleben. Es immer getan haben, seit Faustkeil 1.0. Und wir lachen zusammen, erzählen uns alle Geschichten, gewinnen neuen Mut. So kommen wir ans Ziel. Zusammen. So geht das. Nur so. Und es geht! Emokratie. Jetz.</p>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 19:54:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Zur Zeit</category>
	<category>Unterwegs</category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://re-publica.de/12/" title="Meet me in action @ re:publica 12"><img src="http://re-publica.de/banner/300x250-1.png" alt="re:publica 12" /></a>
</p>
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		<title>Neu im Angebot: Runen-Orakel</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 12:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Orakeldienst</category>
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		<description><![CDATA[Stehen Sie vor Entscheidungen? Oder haben Sie etwas zu bewältigen?
Werfen Sie Runen. Ich deute Ihnen die Zeichen.
Hokuspokus? Nein. Eher – im ausführlichen Gespräch:
Fundierte Beratung für (fast) jede Lebenslage, Situations- und Krisen-Bewältigung für Beziehungen, Wünsche, Liebe, Arbeit, Beruf, Freunde, Familie, Gesundheit – oder einfach nur Aussichts-Check.
Entdecken Sie Ihr verborgenes Potential – und das Ihrer gegenwärtigen Lage. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stehen Sie vor Entscheidungen? Oder haben Sie etwas zu bewältigen?</p>
<p>Werfen Sie Runen. Ich deute Ihnen die Zeichen.</p>
<p>Hokuspokus? Nein. Eher – im ausführlichen Gespräch:<a id="more-518"></a></p>
<p>Fundierte Beratung für (fast) jede Lebenslage, Situations- und Krisen-Bewältigung für Beziehungen, Wünsche, Liebe, Arbeit, Beruf, Freunde, Familie, Gesundheit – oder einfach nur Aussichts-Check.</p>
<p>Entdecken Sie Ihr verborgenes Potential – und das Ihrer gegenwärtigen Lage. Sie werden sich wundern, was Sie daraus machen können. </p>
<p>Vorkenntnisse unnötig: Ich zeige Ihnen, was in Ihnen steckt. Ich habe es selbst erfahren. Am eigenen Leib und Leben. Deshalb biete ich Ihnen das an.</p>
<p>Seit 19 Jahren berate ich Menschen auf diese Weise. </p>
<p>Es gibt ein paar Regeln. Eine davon ist meine Schweigepflicht: Die umfasst alles, was wir besprechen. Ganz egal, ob Sie ein lebenswichtiges Thema haben – oder nur die Frage, warum Ihre Katze maunzt.</p>
<p>Es geht nicht um &#8220;Schicksal&#8221;. Sondern um das, was wir daraus machen: können. Das ist – nicht meist, sondern immer – mehr, als wir meinen. </p>
<p>Es kostet Sie weniger als ein Abendessen zu zweit in einem guten Restaurant – aber wird Sie weiterbringen. Außerdem: länger anhalten. Ich bin sicher: Es wird Ihnen schmecken. Ich bin ein guter Koch. Kenne meine Zutaten. Arbeite liebevoll, erfahren, präzise.</p>
<p>Rufen Sie mich an: Tel. +49 (0) 162 2 47 52 61<br />
Oder schreiben Sie mir: fjoelnir at eibensang dot de<br />
Das ist meine Privatadresse.</p>
<p>Als hauptberuflicher Berater, Sprecher, Sänger, Schauspieler, Musiker und Künstler bin ich ständig im gesamten deutschen Sprachgebiet unterwegs. Will sagen: Entfernungen schrecken mich nicht. <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ich komme vorbei. Wann immer Sie wünschen.</p>
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		<title>Vortrag über Runen: Gut geraunt ist halb geritzt</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 12:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Orakeldienst</category>
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		<description><![CDATA[Über fast kein esoterisches Thema sind so viele Missverständnisse und Vorurteile im Umlauf wie über Runen. Einige bestehen zu Recht – andere nicht. Ich studiere Runen – ihre historischen Hintergründe und Fakten wie ihre moderne Esoterik – seit 1985. 
Mein Vortrag über Runen ist leicht verständlich, unterhaltsam und informativ. Er beruht auf Fakten, die Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über fast kein esoterisches Thema sind so viele Missverständnisse und Vorurteile im Umlauf wie über Runen. Einige bestehen zu Recht – andere nicht<a id="more-517"></a>. Ich studiere Runen – ihre historischen Hintergründe und Fakten wie ihre moderne Esoterik – seit 1985. </p>
<p>Mein Vortrag über Runen ist leicht verständlich, unterhaltsam und informativ. Er beruht auf Fakten, die Sie vielleicht erstaunen werden. Und auf Erfahrungen, die mich erstaunt haben. </p>
<p>Lassen Sie sich verzaubern – und ernüchtern gleichermaßen. Ich kenne mich aus. Sie sich dann auch.</p>
<p>2 Stunden Inhalt (inklusiv unterhaltsamer Präsentation auf Beamer) mit 15 Minuten Pause.<br />
Quantitative Abweichungen verhandelbar.</p>
<p>Nebenbei-Garantie: Meinen esoterischen Deutungen wird kein/e Historiker/in widersprechen. Versprochen.<br />
Kenne mich hie wie da aus. <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Tel. +49 (0) 162 2 47 52 61<br />
oder eMail: echsenflug at eibensang dot de
</p>
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		<title>Workshop: Eibensangs magische Runen-Reise</title>
		<link>http://www.eibensang.de/index.php/workshop-eibensangs-magische-runen-reise/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 11:57:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Orakeldienst</category>
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		<description><![CDATA[Wollen Sie tiefer eintauchen? Besuchen Sie meinen Workshop, nehmen Sie teil an einem Erlebnis, das Sie erfreuen, erstaunen, überraschen – aber auch bestätigen wird. Von innen heraus. Garantieren kann ich: Hinterher fühlen Sie sich besser als vorher. 
Der erste Teil belebt unsere Körper. Der zweite Teil vertieft unseren Geist. Der dritte kitzelt unsere Schaffenskraft. Dazwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wollen Sie tiefer eintauchen? Besuchen Sie meinen Workshop, nehmen Sie teil an einem Erlebnis, das Sie erfreuen, erstaunen, überraschen – aber auch bestätigen wird. Von innen heraus. Garantieren kann ich: Hinterher fühlen Sie <a id="more-516"></a>sich besser als vorher. </p>
<p>Der erste Teil belebt unsere Körper. Der zweite Teil vertieft unseren Geist. Der dritte kitzelt unsere Schaffenskraft. Dazwischen gibt es Informationen. Und ein komplettes Runenset zu basteln. Zum Mitnehmen. Dazu: eine 23seitige Grundinfo. Zum Workshop, und zu Hintergründen. </p>
<p>Vorkenntnisse: nicht erforderlich.</p>
<p>Voraussetzungen: Sie können sitzen, stehen, liegen, gehen und sprechen.<br />
(Eine Version für Rollstuhlfahrer/innen ist in Vorbereitung)</p>
<p>Dauer 7 Stunden (plus Pausen). Bequeme Kleidung empfohlen.</p>
<p>Tel. +49 (0) 162 2 47 52 61<br />
oder eMail: echsenflug at eibensang dot de</p>
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		<title>Statt FAQ&#8230;</title>
		<link>http://www.eibensang.de/index.php/statt-faq/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 11:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Orakeldienst</category>
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		<description><![CDATA[All meine Gedanken, Aussagen und Aktivitäten – auch und gerade über Runen – gehen konform mit der internationalen Proklamation der Menschenrechte von 1948. Ihnen zu dienen, sie zu verbreiten und zu verwirklichen, für jede/n und überall ohne Einschränkung, ist mein definitives Anliegen.
An ihnen messe ich, was Menschen für sich und andere proklamieren, verwirklichen, betreiben, installieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>All meine Gedanken, Aussagen und Aktivitäten – auch und gerade über <a href="http://www.eibensang.de/index.php/category/schweinepriester/runen/">Runen </a>– gehen konform mit der internationalen Proklamation der Menschenrechte von 1948. Ihnen zu dienen, sie zu verbreiten und<a id="more-515"></a> zu verwirklichen, für jede/n und überall ohne Einschränkung, ist mein definitives Anliegen.</p>
<p>An ihnen messe ich, was Menschen für sich und andere proklamieren, verwirklichen, betreiben, installieren – und unterlassen!</p>
<p>Jedes religiöse Gefühl nehme ich für wahr. Ich selber richte mich nach einer (großteils selbst gezimmerten) Religion, die jegliche Missionierung für schädlich hält, den persönlichen Erfahrungsweg aber für heilig erachtet. Auch Atheismus zähle ich hier zu den möglichen Religionen (ich war einer seiner überzeugtesten Verfechter). Es gibt soviele Wahrheiten wie Menschen – vielleicht sogar mehr. Wahrheiten haben mit Menschen  gemeinsam: Sie existieren gleichzeitig auf ein- und derselben Welt. Obzwar unter unterschiedlichen Bedingungen, Voraussetzungen. Aber sie sollten dieselben Rechte haben. Alle. Widersprüchlich? Sind wir immer gewesen. Na und? Man kann einander die Köpfe einschlagen – oder zulächeln. Dazwischen: ein Meer der Möglichkeiten, auch. Vergesst das nie! </p>
<p>Ein Appell an mögliche Aliens from outer space: Messt uns nicht an unseren Waffensystemem oder sonstigen Gemeinheiten. Lauscht unserer Völker und Kulturen Musik. Die ist, was wir mit einbringen ins Multiversum! Die ist, was wir wahrhaft vermögen. Und vielleicht das einzige, worauf wir stolz sein können. Nur in sie vertieft, könnt ihr unsere Religionen, unseren Glauben, unsere Sehnsucht verstehen! Bitte!<br />
Wir – sind vielleicht nicht immer gut genug. Aber unsere Musik kündet davon, was ginge. </p>
<p>Zwei Erfahrungen beschäftigen mich nachhaltig:<br />
Ich wurde von einer Frau geboren.<br />
Ich kann keine Toten wieder lebendig machen.<br />
Beide Umstände teile ich mit allen Geschöpfen dieser Erde – nicht nur uns Menschen.</p>
<p>Einiges meiner Moral und Ethik erklärt sich aus der Konsequenz dieser Mysterien.</p>
<p>Und falls ich mir&#8217;s dennoch aussuchen dürfte: möchte ich sterben, wie ich gelebt habe. Als Liebender. Im Namen der Mutter, der Tochter, und der Heiligen Ekstase.</p>
<p><em>&#8220;Aber wir kommen wieder! Errötend sinkt die Sonne. Herbstlich willkommen.&#8221;</em></p>
<p>Duke Meyer (Fjölnir Eibensang), im Herbst 2011</p>
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		<title>Die Wut der Liebenden (III)</title>
		<link>http://www.eibensang.de/index.php/die-wut-der-liebenden-iii/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 03:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Zur Zeit</category>
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		<description><![CDATA[Ich habe meine Sonne verloren. Was soll ich jetzt anfangen bis zu meiner Beerdigung? Wie lange ist die durchschnittliche Halbwertszeit für Dunkelplaneten? Nein, allein bin ich nicht. Aber kalt ist der Herbst – wohin soll er münden? Bin ich schon am Taumeln – oder noch jenes eine Blatt, das die Winde stehen gelassen haben? Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe meine Sonne verloren. Was soll ich jetzt anfangen bis zu meiner Beerdigung? Wie lange ist die durchschnittliche Halbwertszeit für Dunkelplaneten? Nein, allein bin ich nicht. Aber kalt ist der Herbst – wohin soll er münden? Bin ich schon am Taumeln – oder noch jenes <a href="http://www.eibensang.de/index.php/vogelsang/">eine Blatt, das die Winde stehen gelassen haben</a>? Und spielt das eine Rolle? Oder welche ist<a id="more-510"></a> meine? </p>
<p>Sich in Arbeit stürzen ist ja immer gut. Zumal, wenn man eh welche hat. Und sich noch mehr machen muss: damit auch noch Geld reinkommt. Fehu. Vermögen. Was vermag ich? Hände greif ich, wohin ich komme, wo immer es mich hinweht. Begeisterte in Hamburg – dankbar verneige ich mich. (Und greife jeden Finger: einer ist ja vielleicht ein Strohhalm! Die Hoffnung stirbt zuletzt&#8230;) Kreidebleich die Gesichter der Freunde aus La Monarda, für die ich traurige Nachrichten hatte in Nürnberg, obwohl es doch nur meine waren (die Nachrichten). Wölfchen, das kleine Horn, kreiste in Marburg, bis der Met alle war. Die Musik tönte über ihn hinaus, und mein Blutsbruder, der mich verheiratet hatte wie ich ihn, hielt meinen Nacken, mein Haar, mein Herz – während ich seine Frau vollschluchzte (weil man sich vor Freunden nicht schämt). Und natürlich, natürlich fahre ich wieder nach Lüneburg: wo die Häuser so schön sind und so fremd. Ich habe immer zuviel Gepäck dabei. Ja, Freyja liebt und leitet mich noch immer. Aber wer oder was bin ich? Schrei, Taavi. Ich sehe deinem Vater ähnlich – so wie ich fürchte, es auch zu sein. </p>
<p>Wisst ihr, wie schön es ist, mitten in der Hansestadt Hamburg (dort, wo &#8220;im Hafen die Fische und die Schiffe schlafen&#8221;) auf einen sanft-eloquenten, Reell Originellen Esoteriker zu treffen? Für mich Heimatlosen? Er sprach Hochdeutsch – aber kein Steirer kann seinen Unterton verbergen. Seiner wärmte mein Gemüt – und es schmerzte gleichzeitig, wofür er nichts konnte. Ihr Wiener habt mich verdorben – oder die Liebe tat es. Jedenfalls bin ich kein Deutscher mehr – obwohl mir das alles noch vertraut ist wie keinem sonst. Das eigene Deutsch klingt mir kantig im Ohr. Ja, das wäre vielleicht noch eine Aufgabe für mich: Deutschland verwienern. Dem rauen Norden den sanften Schmäh des Südens beibringen. Wisst ihr – da unten im faltigen Land der Verhehler und Verzögerinnen, wo die alte Donau auf die neue trifft und sich zu einer schrullig hochhausumbauten, aber landschaftlich-ästhetisch unterschätzten, großzügig geschwungenen Möse verglitscht: da enden die Diskussionen nicht im Geknurr sich ineinander verbeißender Pitbulls – da reckt sich der Nächstbeste und gähnt: &#8220;Das darf man jetzt alles nicht so eng sehen.&#8221; Den Ösi unterscheidet vom Piefke, dass er das tatsächlich so meint – und auch postuliert. Es ist ihm ein originäres, authentisches Anliegen. Es gibt, so fürchte ich, kein hochdeutsches Wort für &#8220;Jause&#8221;. Es gibt auch kein Wort für mein Herz. Sollte ich mich vielleicht doch den traditionellen Ureinwohnern Nordamerikas anschließen? Mir wäre nach Ritten, nackt und bemalt, auf sich bäumenden Pferden. den Tomahawk in der Faust. Denn keine Kugel kann mein Herz durchlöchern. Das ist nur noch Sehnsucht. Die Liebe hat es längst zerrissen. Bin längst ein Zombie meiner Wünsche. Dass ich lebe, wundert mich.</p>
<p>&#8220;Ihr eigenes Herz pocht kurz, hart und trocken. Sie erkennen einander: an diesem Klang&#8221; sang Hannes Wader, der Deutsche (in dem Fall: über eine bestimmte Sorte empathisch unterentwickelter Blondinen deutscher Herkunft. Meines Erachtens gilt das keineswegs nur für ein Geschlecht. Eher für die ganzen Breiten. Dort, wo man das, was man bei McDonalds bekommt, für guten Kaffee nehmen muss: mangels Konkurrenz und, mehr noch, Stil).</p>
<p>&#8220;Wie hältst du es eigentlich dort aus?&#8221; fragte mich vor wenigen glücklich geratenen Jahren die kleine, kluge (und überaus starrköpfige) Frau, die mich später verheiratete: das Land der Rechthaber und Kniefiesler meinend, das ich nichtmal für jene Empfindliche verlassen konnte, die ich liebe.<br />
Die einfache und ehrliche Antwort ist: nein. Ich halte es nicht aus. Ich mache es nur. Erklären? Kann ich alles – aber das nicht. Eifersüchtig auf einen Heavy Metal Schriftsteller Profi kann ich sein: wenn ich mich anstrenge. Soll ich, sollte ich? Spielt er, besitzt er eine Les Paul, eine original Gibson? Die meine harrt noch des Kaufes, und ich werde sie bekommen. Selbst aber wenn nicht: werde ich ihn übertönen – tue es jetzt schon. Egal wie laut seine Boxen sind, oder wie gut seine Connections. Ich habe eine Geheimwaffe. Ich singe deutsch. Sei gut zu meiner Brigh, Compagnero, sonst stranguliere ich dich mit meiner nächsten zerrissenen hohen E-Saite, das schwöre ich bei Vidar. Du stimulierst mich, unbekannter Kollege: sollst von mir hören! Das letze Mal, dass ich neidisch war auf jemanden, war 1978. Er war ein regional umjubelter Sänger und Mundharmonikaspieler. Ein Jahr, nachdem meine Frau geboren wurde. Überschaubare Jahre später lag er tot und begraben unter der Erde. Ich habe ihn nicht umgebracht. Aber wenn ich heute eine Mundharmonika knutsche, hält es alle Welt für Blues Harp. Ich bin ein Homo sapiens. Ich lerne, ich bin grausam, und kenne kein Mitleid. Und habe keinerlei Humor, von dem ich wüsste. Sei gut zu der Frau, in der mein Blut noch fließt, Ledermann! Ihre Feinde sind meine, und ich habe noch Rechnungen offen mit jedem, der sie nicht zu schätzen weiß oder wusste! (Da gibt es noch einen – anderen, einen Bösen –, dessen Namen ich nicht weiß: Das ist das einzige, was ihn noch schützt. Aber ich habe Zeit. Und wenn es das Letze ist, was ich herausbekomme. Ich werde seine Schreie so ignorieren wie er ihre.)</p>
<p>Der Letzte, den ich verfluchte, verlor drei Finger seiner Hand, und all seinen Besitz. Das war 2001. Das war kein Musiker oder Künstler, nur ein Spekulant. Und es war keine Liebe im Spiel. Nicht mal eine verlorene. Muss ja auch nicht sein. Ich bin ein vandalischer Magier. Ein veramerikanisehrter Deutscher. Ein von Herzen her zug`raster Mental-Österreicher. Ein Wiener Gastpirat: Schmankerl-Freibeuter auf eigene Ork-Faust. Kultureller Bastard par Schmäh&#8217;n'Excellance. Bei der Hand, die ich mir 1989 im Nürnberger Kunstverein – bei perkussiv gemeintem Rammen von Eisen auf Eisen – zerschnitt, beim Blut, was da floss: Ich bin ein Berserkr. Ich rieche nach Bärenfell und lächle scheu dazu – noch dieses Lächeln misslingt mir. Deshalb lieben mich die Österreicherinnen (fast noch mehr als die Deutschinnen. Und die Schweizerinnen können froh sein, dass ich nicht übers Kantongrenzli gelassen würde: aus Hygienegründli). Ich bin, wonach Arnold Terminator, der gebürtige Steirer, nur ausschaute. Er ist das Ergebnis von Disziplin und Anabolika – ich das von Hexerei und Hirnschmalz. Er ist weltberühmt – ich darf mich einen Geliebten heißen. Einen mehrfachen. Einen authentischen. An meinen Eiern können sich verfrorene Frauenhände wärmen, ohne dass mich selber fröstelt. Ich schlafe nicht ein nach dem Ficken, sondern rede und höre zu, und ich fresse Kren blank – meine Tränen aber fließen nie vor Schärfe, sondern jederzeit schamlos und offen. Wut ist mein Gott: einer vieler. Sagt mir, was mehr wiegt – schreit es frei heraus! Wer ist der König? Wer der Silberrücken? Schein oder Sein – wem spreizt ihr die Schenkel, wem öffnet ihr die Ohren, wem gesteht ihr Wahres? Also. Danke. </p>
<p>Ihr wisst, ihr ahnt ja: Wir leben in revolutionären Zeiten. Neuerdings. Und endlich. Hollywood wird keine Zeit mehr haben, das zu verfilmen, was du und ich – unter Tausenden, Hundertausenden, Millionen Menschen – jetzt machen. Occupy Terra. Es ging von Arabien nach Spanien, von dort nach Cruel Britain und so called USA, und noch nach Täuschland schwappt es, egal wie sehr SpOn belfert und dabei noch die &#8220;Bild&#8221; (die so wenig eine Zeitung je war wie der &#8220;Spiegel&#8221; ein &#8220;Nachrichtenmagazin&#8221; blieb: vom einstigen &#8220;Sturmgeschütz der Demokratie&#8221; zum Revolverblatt des Neoliberalisus verkommen) rechts nonchalant überholt. Egal: Wir sind das Volk. Wir sind 99 Prozent. Das eine Prozent, das schon auf die Straße geht, ändert alles. Die Angstmacher wissen das, die Angsthaber fürchten uns. Die schweigende Mehrheit bricht ihr Schweigen heute. Das Fass ist voll, und du bist sein letzter Tropfen. Einer von uns Millionen. Venceremos. Küss mich, Fremde. Ich kämpfe auch ohne Sonne. Erzähl, Geliebte, deinem Sohn von mir, wenn er groß ist. Vielleicht wird es ihm gefallen. Ich kämpfe für grüne Hügel. Die von Challis Well oder rund um Judenburg, oder um den Kalkberg und seine lauten Krähen. Vielleicht auch nur für nackte Titten, die meine Hand mögen. Müssen nicht notwendig grün sein. Es kommt nicht so drauf an. Steh schon auf der richtigen Seite. Beim Speerschüttler und all seinen Valkyries! Für den Wind, für das Gras, für die Berge. Scheiße nochmal! </p>
<p>Es ist nur ein verdammtes Versehen, dass ich nicht in der Steiermark geboren wurde. Heuer ich halt an als Heergast, Harigasti, wie man das früher nannte. Hat wer einen gebrauchten Feuerwehrhelm, wo ich das einritzen kann? (Nur Archäologen verstehen, was ich meine. Aber macht nix. Wurscht. Eibensangi venceremos tutti frutti AMMMDCCXX Knittelfeldi – oder so ähnlich. Naja.)</p>
<p>Am hessischen Edersee ruhen meine Ahnen, und ich weiß nichtmal genau wo, geschweige denn wie. Einer meiner frühesten und besten Freunde liegt am Nürnberger Rochusfriedhof: also sein Kadaver halt. Ich trage sie alle mit mir: die mich prägten, mich formten. Mich begeisterten und befeuerten. Alex Schönberger, mein gleichaltriger Erstlehrer, Früh-Mentor und Freund, der am Schluss als Stubenhocker die Treppe runterfiel und sich davon nicht mehr erholte: stumm und gelähmt starb er. Klaus Zeck, mein gleichaltriges Vorbild und Freund (der in seinem kurzen Lotterleben tausend Frauen mehr fickte als ich bis heute: doch wie wenige kamen zu seiner Beerdigung!), der an Ute Bräuers Nadel starb, doch die tragische Sumpfblüte, der ich Dumm-Mann nur knapp entkam, überlebte er noch knapp, da sie der  Welt – noch bevor der Virus das Immunsystem von Klaus zerfraß – die traurige Erleichterung bot, in eine fahrende Straßenbahn zu laufen. Ralf Huwendiek, mein immervermisster Philosophen-Vater und Freund, dem ängstliche Rotkreuzhelfer die Tür einzutreten versäumten, so dass er starb: just im goldenen Morgendämmer seiner zweiten und besseren Bühnenkarriere. Anna Schafft, die unglückliche Visionärin und Genderkriegs-Heldin: die ihrer Umgebung zuviel war wie ich der meinen – aber sie verreckte daran. Sie kam zurück aus Afrika, aber nicht mehr zurecht im kalten Land, und legte ihren Hals aufs Gleis. Ihr Abschiedsbrief ließ mich einen Text über die Bühnen halb Westdeutschlands gellen: soviele ich halt erreichte. Ruth Else Rosa &#8220;Roxy&#8221; Woll, meine dumme, aber hemmungslose erste Gefährtin, die unter &#8220;ungeklärten Umständen&#8221; in London den Löffel abgab: Sie, die törichte Fanatikerin, die mich entjungferte, hatte mich keine Hochgeistigkeiten gelehrt, aber das Ficken, und das macht sie zur Ehrenbürgerin meiner Erinnerung. Carroshina, die Portugiesin, die keine 20 wurde (mit ihrer progressiven Muskeldistrophie – diese junge Bildhübsche und Empfindsame, die ihrem E-Rollstuhl einen koketten Hüftschwung-Dreh zu entlocken vermochte, bevor sie an einer Erkältung starb: deren Husten sie – typisch für die Krankheit – nicht abhusten konnte): die mir vertraute, der ich helfen durfte, aufs Klo zu gehen. Worauf ich stolz bin. Und die mir ihre Geheimnisse verriet. Die ich in meinem Herzen bewahre.</p>
<p>Auf ihren Gräbern wurzeln meine Füße. Und die geistigen Ahnen: Klaus Kinski, Tatanka Yotanka, Berta von Suttner – um nur drei zu nennen. Oder Karl Valentin – der nach dem Weltkrieg Löffel aus Holz schnitzte in der verzweifelten Hoffnung, damit eine Mark zu verdienen: während die Leute darüber lachten, weil sie es für einen Witz von ihm hielten. Er verhungerte. (Das war der Typ, der meinte, dass Hitler froh gewesen sein könne, nicht &#8220;Kräuter&#8221; geheißen zu haben&#8230; &#8220;Heil&#8230;!&#8221; <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ))) Sein &#8220;Unkenstein&#8221;-Script machte mich 55 Jahre später zum Bühnenprofi. Habe ich Vorbilder? Hatte ich Lehrmeisterinnen? Die besten, meine ich!</p>
<p>Auf ihren Gräbern stehen meine Füße. Ich bin ein Ásatrú (von denen, die selber denken, wohlgemerkt), ein alter Widerborst und neu-germanischer Heide, ein lebendig Zerrissener und zerrissen Liebender, ein toter Ehemann, ein nicht gewordener Vater, erwachsener Sohn eines tragischen Landes, der ein anderes liebt: dessen Sprache er nicht spricht. Doch Töchter dieses Landes lieben ihn (es muss nicht immer Sex sein: selbst bei mir nicht).</p>
<p>Ihr geistlosen Erben einer zwangsprostituierten Demokratie, ihr global Zockers, ihr neoliberales Gesockse ohne soziales Gewissen (hierin gleicht ihr euren Nazi-Vorvätern auf Haut und Haar, Heller und Cent: nein, IHR wisst nicht, wovon ICH rede. Ist rein rhetorisch&#8230;) habt mir die letzten Jahre die Nase so lang gezogen, dass ich sie mir bald als Speer vom Gesicht reißen kann. Bei den Germanen war es üblich, einen Speer übers feindliche Heer zu schleudern: es damit dem Totengott zu weihen. Tausende versammeln sich vor den Wall Streets des Westens heute, und egal, ob sie formulieren können, was sie treibt: Sie haben alle ziemlich lange Nasen. Jede eurer Lügen macht sie länger. Und wisst ihr was: Ihr steht auf unserem Gras. Wer Zahlen anbetet, soll mit ihnen fallen. Ihr fallt ins Loch eures virtuellen Wahnsinns. Demnächst in diesem Welttheater. Wir stehen auf Gras, das sprießt auf den Gräbern unserer Toten, unserer Lieben, unserer Freunde und Ahnen. Dem Geruch dieses Grases, seiner getränkten Erde, entstammen unsere Werte und Überzeugungen. Ihr habt nichts dergleichen. Ihr Bodenlosen! Ihr ahnt nichts. Aber wir. Zockt, ihr Heilsverwirker, Vermögensvernichter, Phantasieverächter, Lobbylakaien, Zweckzyniker und Ressourcenfresser. Solange ihr noch könnt. Solange das noch gilt. Verspekuliert Getreide und Reis, verhökert eurer eigenen Oma ihr klein Häuschen, verwettet den Hunger blähbäuchiger Kinder für ein Win-Win, verschiebt Unmengen von Geld – noch gilt es ja – auf eure zitternden Konten. Bald gilt&#8217;s in anderer Weis&#8217;  – und wird vergolten. Beileibe nicht nur meine Nase wird bald länger sein als meine Rechnungen. So viele Speere. Winken euch zu. Ganz ohne Rädelsführer. Wir stehen Zahlen gegenüber. Ihr aber Liebenden. Wir sind so viele, dass es keine Rolle spielt, ob die eine oder der andere seine Sonne verloren hat. Wer keine Kinder hat, kämpfe für die der Nachbarn und Geliebten. Es ist alles für uns. </p>
<p>&#8220;Weil es etwas Gutes gibt auf der Welt.&#8221; Ja: gerade auf dieser. Welcher sonst? Kennst du andere? Dann erzähl uns davon. Wir brauchen sie: deine Einfälle, deine Visionen. Deine Sehnsüchte. Erzähl uns, die wir nie welche kannten, von Erdbeeren, Frühling und Sommer, duftendem Gras und dunkler Erde. Es verblutet sich leichter, mit solchen Gedanken, auf dem Asphalt. Das ändert nichts. Im Herzen immer: die Sonne. Wenn man sie nie sah, weiß man doch: Es muss sie geben. Ich sah sie. Ich hatte sie. Sie war meine. </p>
<p>Schrei, Taavi, schrei. Ich erzähl dir, später mal, von der Liebe. Eine hat dich geboren. Eine andere mich. Wir sind alle verbunden. Ja. Es gibt etwas Gutes auf der Welt. Und dafür lohnt sich, immer und jederzeit: allem zu trotzen. Alles zu wünschen. Alles zu wollen. Was zu bekommen. Wir haben es verdient.
</p>
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		<title>Die Wut des Liebenden (II)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 23:31:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duke</dc:creator>
		
	<category>Zur Zeit</category>
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		<description><![CDATA[Niemand hat mir je einen Rosengarten versprochen. Aber ich will immer noch einen draus machen. Aus meinem ganzen verdammten Saustall. Hey-ho, meine grad wild durcheinander wuselnden Persönlichkeitsanteile! Singt mit mir: Ho-i-ho – und &#8216;ne Buddel voll Rumms. Naja: Wein tut&#8217;s auch, heute. &#8220;Lass uns mehr wagen, als wir können&#8230;&#8221; Glaube ist eine hartnäckige Hoffnung, solange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand hat mir je <em>einen Rosengarten versprochen</em>. Aber ich will immer noch einen draus machen. Aus meinem ganzen verdammten Saustall. Hey-ho, meine grad wild durcheinander wuselnden Persönlichkeitsanteile! Singt mit mir: <em>Ho-i-ho – und</em> <a id="more-509"></a>&#8216;<em>ne Buddel voll Rumms.</em> Naja: Wein tut&#8217;s auch, heute. <em>&#8220;Lass uns mehr wagen, als wir können&#8230;&#8221; </em>Glaube ist eine hartnäckige Hoffnung, solange Liebe im Spiel ist. Oder sie auf demselben steht. </p>
<p><em>&#8220;Der Weg erscheint noch ewig&#8230;&#8221; </em>– nur, wenn er das nicht mehr tut, ist er am Ende. HamSe nich&#8217;, hamSe nich&#8217;, noch einen Konjunktiv für mich? (Frei nach Evelyn Künnecke – &#8220;oft kopiert, nie erreicht&#8221; stand auf der Langspielplatte, die mal in meine Hände fiel, von der Chanteuse). Meine Großtante, eine klassische – aber umso einzigartigere – alte Jungfer, hat das immer gesungen, bei fast jeder Gelegenheit: <em>&#8220;HamSe nich&#8217; … &#8216;nen Mann für mich?&#8221;</em> Ich war noch ein kleiner Junge.</p>
<p><em>&#8220;Nur die Liebe lässt uns leben&#8221;</em>, gröhlte mein rabiater Onkel (der ältere Bruder meines Vaters) postpotent in seiner nicht mehr ganz so rabiaten Spätzeit, wenn er – lang nach dem Krieg und sonstigen zernichteten Hoffnungen seiner heillosen Generation – &#8220;auf Brautschau&#8221; ging in seinem kleinen Auto. Ein &#8220;DAF&#8221; war das, glaub ich. Ob er da noch oder wieder verheiratet war (der rabiate Onkel, nicht sein trabi-ähnliches Töff <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ), weiß ich nicht – ist auch völlig schnurz. Eine seiner &#8220;abgelegten Flammen&#8221; hat er, nachdem meine Mutter es nach 30 Jahren so genannter Ehe doch noch überraschend schaffte, sich heilsam scheiden zu lassen, meinem ob dieser Entwicklung recht verdutzten Dad zugeschanzt. Der schnell heiraten musste wieder, aus Steuergründen und so (nachdem der Scheidungsgrund, der ihm einen kompletten neuen Friseurladen erzockt oder erfickt oder erschmeichelt hatte oder alles zusammen, Reißaus genommen hatte: Geld macht sexy, aber nicht für länger als es reicht). Friede ihren Aschen – soweit Verstorbene betreffend, ´türlich (die meisten der Genannten sind&#8217;s inzwischen, oder längst).</p>
<p>Der geneigte Leser und die (vielleicht ja ungeneigte) Leserin ahnen: Die mir in Kindheitstagen vermittelten Werte der Familie erwiesen sich als antastbare, leicht bezweifelbare. Tragfähig war das nicht so, was ich da mitbekam. Bin keineswegs am Jammern, Kinners! <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Hab&#8217;s ja besser gemacht: das zumindest. Das mit den Menschen, und was so passiert und gärt dazwischen (was man unzufällig als das &#8220;Zwischenmenschliche&#8221; bezeichnet). Hab ich nicht? Doch, hab ich. Ich bin mit einer Herzensspanierin verheiratet. (Ich liebe sie. Wennzwar nur mit <em>&#8220;leeren schönen Worten&#8221;</em>. Hab ich sonst was zu bieten? Offenbar nicht. Schade aber auch.) Ich verstehe, meinte ich, zumindest das Wesentliche all der wunderschönen Latino-Lieder, denen sie so laut schweigend lauschte immer&#8230; Ich verstehe die entscheidenden Worte. <em>&#8220;Corazon&#8221;</em>. Und sogar einen ganzen Satz: <em>&#8220;Te quiero.&#8221;</em> Mein Lebtag – grad aber in meinem glücklichsten und aktuellen – noch aktuellen – Leben – war mir der immer der Wichtigste. Ist es noch. Ich weiß, was er bedeutet. Zugegeben: mein Spanisch ist lausigst. Geblieben. Sicher einer meiner Fehler. Womöglich einer meiner zahlreichsten. Die Liste ist lang. Länger als die meiner Wortschätze: in heartshaft broken English und auf – unheilbar, weil mir heiligem – Deutsch. Wie kann man das nur mögen? Hab keine Wahl, Signora: bin´s.</p>
<p>Das Deutsche bellt ja, heißt es.<em> Im Stolperrhythmus der Sprache, wo die Sil-ben schnattern, wo die Kon-so-nanten zackig um die Ecke knattern</em> (rappte ich mit 26. <em>RAM! ROM! Ruck zuck Roboter! Ratter knatter klapper zackig quer übern Schotter!:-)))</em>. Über all die <em>Ecken und Kanten</em> einer komplikatös pop-unfreundlichen Grammatik. Die so weich wird, ja erlöst gar: durch ein Wort mit L&#8230; <em>Let it be?</em> No! <em>All you need&#8230;!</em> Me myself I&#8230; always loved this <em>(buarum&#8230; krimpatul&#8230;)</em> sound. Soviele Lieder kann ich gar nicht singen, in meiner dement gewordenen Mutter Sprache, das Sieg-Heil-Gebell der Väter und ihrer Lehrer all zu übertönen – und ihrer mickermanisch nachgewachsenen HaSS-Erben noch und grad dazu! </p>
<p>Ich sang: We will rock you, Smoke on the Water, Honky Tonk Women, und manche mehr – auf Deutsch. <a href="http://www.eibensang.de/index.php/wir-werden-euch-schaukeln/">Wir werden euch schaukeln</a>, <a href="http://www.eibensang.de/index.php/rauchende-koepfe/">Rauchende Köpfe</a> (aber Geist ist geil), Spelunkenhänger: <em>&#8220;Ich traf &#8216;ne Kneipen-Königin in Nürmbäärg – die war so blau, die hielt sich an der Theke fäääst. Sie gab mir&#8217;n Kuss, sie gab mir Börbon Wiski. Und ein Stock höha – gab sie mir den Rääst.&#8221;</em> Schrieb ich: mit nicht ganz 20. Ging aber zurück auf ein traumatisches Begegnungserlebnis, das mich als 16jähriger ereilt hatte auf Hamburgs Reeperbahn (sexfrei). Genau, Liebste: <em>Dort, wo im Hafen</em> - wie du mir verrietst <img src='http://www.eibensang.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  - <em>die Fische und die Schiffe schlafen</em> (Lassie Singers). Dich aber grüßt:<em> Das letzte Biest am Himmel.</em> Ohne Bargeld. <em>Das letzte schöne Sternentier&#8230;</em> Wer hält mich fest jetzt - in der Morgendämmerung?</p>
<p>Zurück zum Mainstream, zum Vertrauten, folks: Deep Purple&#8217;s Lyrics (Rauch aufm Wasser&#8230;) vom ihnen einst jäh ausgebrannten Studio (der öde Text stand doch seit je im Krasskonstrast zum gottgenialen Songriff, oder?) mussten einer poetisch wie pädagogisch wertvolleren steinzeitlichen Demokratie-Ode weichen, und auch Queens (Freddy Mercury&#8217;s) unsterbliche Hymne hab ich – aus ureitlen Gründen only – eher erweitert als verschmälert in meinen deutsch umgetexteten Versionen. Seeehr frei nach&#8230; ihr wisst schon, jeweils.</p>
<p>Hab nie soviel geerntet dafür, mir übers Rosenzüchten laue Gedanken machen zu können: für Gärten, die ich nie besaß. Überhaupt: liege ich ja nur auf der faulen Haut, nicht wahr? Nicht wahr – in der Tat nicht. Aber wurscht: im Ergebnis. Könnte es genauso gut tun. Wäre eigentlich einfacher. It&#8217;s the economy, stupid! Isn&#8217;t it? It is, it was, will be&#8230; forever? Maybe, baby. Te quiero! THIS IS forever. Who the fuck cares? Statt leere Worte zu erhirnen, von denen sich, zugegeben, niemand was &#8220;kaufen kann&#8221;, schon gar nicht, wen ich am liebsten überschüttete mit auch käuflichen Köstlichkeiten, die ich mir – uns  – aber halt nicht hexen, geschwelge denn erkaufen kann, hätt&#8217; ich wohl lieber was erlernen sollen: längst schon. Vor Zeiten. Lange her – schon nicht mehr wahr. Herbst dräut – aufs Neue! Sturm kommt auf. Weht ihr mich fort, ihr Winde? Diesmal, endlich - ganz?</p>
<p>Was hab ich noch? Was bleibt mir übrig?</p>
<p>Corazon.</p>
<p>Ich habe ihr eine Marillenvilla versprochen.</p>
<p>Beharre drauf: dass das keiner meiner – zahlreichen, zahlreichsten oder auch zahllosestigsten – Fehler war. (Hamsterähnliche, nicht-allzu-gebildete Begeisterungswesen sind meine erbärmlich-armseligen, weil einzigen Zeugen. Grauohren haben sie, und Schreikrankheit – hier wie dort. Was soll aus ihnen werden? Bdu&#8230; und Uwes Tränen in der Suppe. Packt man sein Köfferchen allseits?)</p>
<p>Es kam und kommt aus corazon. Immer. Und leider: nur.</p>
<p>Hey, ihr so halbwegs noch über gebliebenen Wicca-Bekanntschaften mir leidlich bekannter Menschheit! Könnte mir nicht eine von euch mal eben eine – wie auch immer umwickelte (schwarz oder weiß: mir Ástatrú doch met-egal) – Athame ins corazon stechen?</p>
<p>Denn alles, was darin rumort und schmerzt, das stört gerade erheblich&#8230; meine Not-Wiedergeburt als Zombie. Ich will ja nur gefallen. DAS ist, ich weiß – aber was nützt&#8217;s? – der Fehler. Des Kardinals. Des – meines probeweisen Falls – frisch angezählten Dróttinns.</p>
<p>Rosengarten? Ich umschließ dich, Ranke, mit der entblößten blanken Hand. Greife zu, wie´s mir geziemt. Wie ich die Weiber griff und greife, auch. Komm, blute mich, du gnadenloser Dorn. Bist nicht mein Garten. Nur mein Schmerz. Lass mich dein Blühen riechen. Bin was ich bin – muss das nicht bleiben, um&#8217;s zu sein: muss niemand was beweisen. Kann schon noch werden, was ich noch nicht wurde. Auch: was sie mich lang schon heißen.
</p>
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