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Duke Meyers „schweigend & schwitzend“

Raserei mit Hintersinn -Der Nürnberger Performancekünstler Duke Meyer
„…Als vielseitig exzentrischer Performancekünstler und ungewöhnliches Multi-Talent machte Duke Meyer in letzter Zeit von sich reden… Seine ungebremsten Kostümausbrüche und seine als Party-Palaver getarnten vitalen Performances stempelten ihn schnell zum Enfant terrible der Region… Fest steht, daß Duke Meyer ein rasender Rezitator mit Qualitäten ist. Auf die auch immer mehr Leute aufmerksam werden: Die ‚Zündfunk‘-Redakteure etwa oder Heinz-Rudolf Kunze, der beim Bardentreffen Pate stand. Ein Liedermacher im engen Sinne ist der schlaksige Sänger nun wirklich nicht, aber ein wortreicher Kommentator zum ‚Kultur-Koma‘, der als Missionar ins Land der ‚Beton-Barbaren‘ zieht und dort um Gehör bittet. Jeder Ort und alle möglichen Ausdrucksmittel sind ihm dabei recht, ganz gleich ob Treppengalerie, Friseursalon oder Bahnhofshalle. Als Donnergott Thor oder als verliebter Paradiesvogel stößt er mit hoher Drehzahl seine Beton-Polemik aus -hektisch, humorig (‚Wenn ich nicht schizo wär, wär ich ganz allein‘) und hintersinnig … Leben und Beton sind zwei Schlüsselworte in Meyers ‚Rhyhtmus-Reimen‘, der Baustoff der Jetztzeit dient ‚Bavaria Bambaataa, dem Schrecken der Saison‘ als Metapher einer steinharten Gesellschaft… In Meyers Großstadtlyrik stimmt die Chemie.“
Nürnberger Anzeiger vom 15.08.1985

Der Schrecken der Saison -Portrait des Monats: Der Musik-Performer Duke Meyer
„…Marlene Dietrich auf dem Ölfaß? Gary Glitter goes Psychedelic? Das schrille Pendant zu Anne Clark mit verstimmter Miniaturklampfe? Wo die Wörter als Ausdrucksmittel versagen, beginnt für gewöhnlich der schrille Musik-Performer Duke Meyer, der gegenwärtig mit seinem spektakulären Spektakel ’schweigend & schwitzend‘ in regionalen Clubs Erfolge feiert… Duke Meyer, der bizarre Verkleidungen liebt, … macht sich weitgehend unabhängig von Mitmusikern… Damit stößt der androgyne Entertainer an Grenzbereiche hiesiger Rockkultur; unzweifelhaft ist aber seine Fähigkeit, sich und seine Gefühle ‚ohne Filter‘ derart auszudrücken und auszuleben, daß auch Zuhörer Identifikationsmöglichkeiten bekommen. Duke Meyer ist erstaunt über die Resonanz auf seinen Beitrag für die BR-Sendung ‚Pop Sunday‘. Fanpost mit Auftrittsangeboten und Cassettenbestellungen gehören zum Tagesgeschäft von ‚Bavaria Bambaataa‘. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der leicht schlüpfrige Funk Song ‚Sorgen über Sorgen‘, mit dem Duke Meyer im November 84 den ersten Platz der Democassetten-Charts von Bayern III erklomm… Für arbeitstüchtige Produzenten wäre Duke Meyer sicher ein gefundenes Fressen…“
World of Music, Ausgabe 6 / 1985

Rock around the Lok
-Lautstarkes Schauspiel im Hauptbahnhof zum 150. Jubiläum der deutschen Eisenbahn

„…Manches alte Mütterchen tappte nun völlig verwirrt zur Gepäckausgabe und verstand die Welt nicht mehr. Für großes Aufsehen sorgte nämlich der originell-exotische Auftritt des Enfant terrible Duke Meyer, der mit rotzig-frechen Liedern und seinem durchsichtigen Kostüm die Damen der umliegenden Bahnhofsgeschäfte sichtlich begeisterte…“
Nürnberger Nachrichten vom 30.07.1985

Exoten im Sperrbezirk -Experimentelle Klänge sorgten für Farbtupfer beim blassen Bardentreffen
„…Folk Rock ist bestimmt nicht mehr der letzte Schrei. Da ist unser Duke Meyer, der Nürnberger Typ vom andern Stern, schon ein anderes Kaliber: Zu Keyboard-Klängen und Playback singt er grell geschminkt und schrill bis neckisch verkleidet vom ‚Heimweh nach Betonland’… Wie vom wilden Affen gebissen turnt er auf der Bühne herum, mal Wüstenkämpfer mit Teesieb-Brille, mal Steinzeitmensch mit Fellfetzen. Ein Paradiesvogel unter blassen Barden …
Hinzu kommt ja, daß der bereits erwähnte Performance-Künstler Duke Meyer bei dieser Gelegenheit sein Fernsehdebüt gab und wie Batman über die Bühne rauschte… Und falls jemand die kritischen Töne vermißt hat, war bei Duke Meyer und seiner barbarischen Show nicht ganz bei Ohr: ‚Wo du morgens schon aufwachst mit der Stoppuhr in der Hand, da liegt Glasfaser-Kabylon, mein Heimatland.‘ “
Nürnberger Nachrichten vom 05.08.1985

Das Nürnberger Bardentreffen -Markantes zwischen Allerlei: Cem Karaca, Christof Stählin, Manfred Maurenbrecher und Duke Meyer
„..Angeblich spielen sie ja alle furchtbar gern auf dem Bardentreffen, aber Barde will eigentlich keiner sein. Doch: Duke Meyer bekannte sich beinah trotzig zu seiner Zunft (‚Ich bin ein Barde‘). Ausgerechnet Duke Meyer, der einzige Nürnberger und größte Exote des Festivals. Mit Wandergitarre, Nickelbrille und düsteren Visionen kann er wenig anfangen. Wie ein Pfau stolziert der Duke über die Bühne und schlägt sein Rad, wippt seine Papageienkluft und entblößt die Hinterbacken. Für die prüden Kameras des Bayerischen Fernsehens hängte er sich extra ein kanariengelbes Cape um. Klischees will er aufbrechen, bizarres Musiktheater veranstalten… Duke als Donnergott Thor oder Duke, der Barbar, präsentiert Minimalmusik aus dem Synthie … und hängt der Maschinenmenschidee von ‚Kraftwerk‘ nach. Seine Musik ist ‚Lärm mit Ecken und Kanten, kein Jazz, kein Rock, kein Blues, kein Soul‘ , wie er in einem Lied bekannte. Er hatte auf diesem Festival eigentlich nichts verloren -und war deswegen herzlich willkommen…“
Nürnberger Zeitung vom 05.08.1985

Einfach so zusammenspinnen -Papagei der Nürnberger Pop-Szene
„…Duke Meyer ist Donnergott im Fellkostüm, Fließbandarbeiter aus Metropolis oder auch ein glibbriges Reptil… Der schrille, grellgeschminkte Popschaffende, der in keine musikalische Schablone paßt, gab dem Bardentreffen das exotische Element…“
Nürnberger Abendzeitung vom 03.09.1985

Fast kleines Gesamtkunstwerk -Musik- und Theaterbeiträge in der Ansbacher Karlshalle erhielten viel Beifall
„…Gaststar des Abends war der Nürnberger Performance-Künstler Duke Meyer, der eine ‚Kultur-Guerilla‘ vorführte und dabei Gesang und gestalterisches Element zu einer stimmigen Einheit verband. Die gesellschaftskritischen Texte seiner Songs … wurden durch eine Show von Kostümen, Ausdruckstanz und Mimik untermalt und erhielten dadurch eine beachtliche Intensität…“
Fränkische Landeszeitung vom 10.05.1986

Eine Reaktion zu “Duke Meyers „schweigend & schwitzend“”

  1. eddy rebel

    Rock im Burggraben in den 80ern (1985?) – der coole, weil komplett andere Auftritt ist mir heute noch in Erinnerung. Schön, diese Seite gefunden zu haben.

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