Eibensang

Prokrastination


Skizze für „february album writing month“ FAWM2014: Sprache, Gitarre, Gesang.

Auch wenn dies Liedchen unernst klingt
Handelt es sich doch um ein Ding
Das manches Leben vorbestimmt
Bis hin zum Ende, das verschwimmt

Wovon ich sprech, wär leicht gesagt
Doch schon das Texten eine Plag‘
Die ich aufschieb bis kurz vor Schluss
Weshalb’s beim Schnellschuss bleiben muss

Prokrastination muss sein
Nichts macht so schöne Schlotterpein
Wenn der Termin zu nahen droht
Und du schaust weg und stellst dich tot
Prokrastination muss sein
Nichts macht so schöne Schlotterpein
Je wichtiger, was ich verschieb
Desto größer wird der Trieb

Das war es schon, mehr Zeit war nicht
Weil sie vor allem nur verstrich
Die nächsten Zeilen lass ich frei
Denkt euch was ihr wollt dabei

Dum-da-dum, da duddel dum
Platz für Notizen, duddel dum
Dadum dadum und andersrum
Lorem ipsum, schubibrumm

Prokrastination…

Na siehste, war doch halb so schwer
Die Arbeit staut sich mehr und mehr
Der Rest vom Song wird gleich halbiert
Weil mich ein Eichhörnchen verführt
– oh, schon weg. Aber da ist ja noch eins!
Ui, wie das springt!

Prokrastination muss sein –

Und jetzt erstmal ’ne Tasse Kaffee
Das wär was!

Nichts macht so schöne Schlotterpein –

Also ich bin ja für die Aufnahme
des Wortes „inschallah“ in den deutschen Wortschatz.
Oder wenigstens „mañana“.
Entspricht doch eh längst allgemeiner Praxis.
Klappt doch fast nirgends mehr was richtig.
Ich bin Bahnfahrer – ich weiß, wovon ich rede.
Oder den Berliner Flughafen –
den kriegt ja ooch keener mehr fertig.
Aber der wird bezahlt. Millionen monatlich!
Und wer bezahlt mich?
Song nich‘ singen wär immer noch billiger
als nen Flughafen nicht haben. Auf Dauer.
Wird ja eh zuviel geflogen.
Und gesungen hab ich doch schon.
Naja, der Mix, der wird halt nix mehr jetzt.
Kann ja nicht in zwei Minuten abmixen,
wie soll’n das gehn? Deadline war gestern.
Hab soviel nachdenken müssen vorher,
und immer kommt was dazwischen.
Kann nich‘ klappen so. Kann niemand verlangen.
Ich hätt‘ einfach mehr Zeit haben müssen.
Geht euch ja auch so. Ich weiß genau,
warum ihr noch zuhört. Jaaa!
Wird langsam knapp, nä?
Jaja, das kenn ich! Was meint ihr, warum
ich hier singe, Quatsch erzähle.
Und euch aufhalte. Gern geschehen.
Eine Hand wäscht die andere.
Inschallah. Mañana.

Musik & Text © Duke Meyer 2014

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