Eibensang

Saga

Oh, ich kann dir sagen. Oh, ich kann dir sagen. Oh, ich kann dir sagen, was sich zugetragen. Wenn du freundlich bist. Wenn du höflich fragst. Wenn du es ehrlich meinst. Und gut‘ Getränke magst. Ich trink gern Met aus Schalen. Golden sind sie meist. Doch sag ich niemals alles, alles was ich weiß.

Ich diene einer Herrin, die alles Wissen eint in ihrem ganzen Wesen. Weißt du, wen ich mein‘?

Die Herrin ist verschwiegen. In sich gekehrt ihr Sinn. Doch Saga heißt die Zofe der Großen Königin. Horch: diese Zofe flüstert. Horch: ihre Stimme singt.

Hab dies und das gehöret. Hab manches leis erlauscht, was Frigg, die große Herrin, so mit den Nornen plauscht.

Möchtest du’s mit mir teilen? Möchtest auch was erfahr’n? Schweig still! Ich sag’s nicht jedem, was ich von Ihr vernahm.

Ihr Mann kommt manchmal zu mir. Mit feinem Met und so. Er gießt mir’s in die Schalen. Ich plaudere mit ihm froh. Bei mir in Sökkvabekkr, meinem Spiegelpalast, da hält der Graue Wanderer recht gerne seine Rast. Von mir erfährt er manches, was Frigg ihm nicht erzählt. Und jedes Kind weiß schließlich, dass Odin Neugier quält.

Willst du nun, Kind von Ulme & Esche, Einblick in dein Geschick?
Frag ruhig die sanfte Saga. Vielleicht sagt’s dir die Saga.
Doch dank hernach der Frigg.

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