Eibensang

Óstara

Tirili, tirila!
So singt’s, so klingt’s, so säuselt’s fein – froh sind meine Farben!
Amselvolk und Finken klein – niemand soll mehr darben.
Star und Drossel, Habicht auch… alle mit Gefieder –
Und nicht nur sie – nein, alles singt:
Frühling bring ich wieder!

Bunte Pracht entfalt‘ ich Euch – Freund Krokus bricht die Decke!
Und der Schneematsch schmilzt dahin, wo ich das Leben wecke.
Tausend Formen und noch mehr hat meine Macht zu bieten:
Die Herzen sollen euch aufgeh’n – so wie meine Blüten.
Feiert euch und feiert mich: Singet frohe Lieder!
Schmückt eure Wagen, zieht durchs Land:
Frühling bring ich wieder!

Was kreucht, was fleucht, was fliegt und liebt:
Seid alle meine Sänger!
Vertreibt die bitterkalte Nacht: Die Tage werden länger.
Ich bin die Schönste! Labt euch an des frischen Jahres Jugend!
Trefft euch, lasst die Augen blitzen: Lust ist meine Tugend.
Neu sei der Anfang, jung der Tag: Harm und Gram vergessen!
Keine andere Kraft kann jetzt mit meiner Pracht sich messen.

Tanzt den Reigen, lasst euch geh’n! Springt und sinkt hernieder!
Umarmt euch und probiert euch aus:
Frühling bring ich wieder.

Und ist manche Nacht noch kalt: Seid ganz ohne Sorgen:
Ihr habt’s bis hierher geschafft. Ich bin des Jahres Morgen.
Opfert mir ein rotes Ei! Die Hasen hoppeln wieder!

Das Jahr wird lang, vergesst sie nicht.
Ihr braucht sie immer wieder:
Die Kraft im Ei, die Wildheit von
Pfote und Gefieder,
Den süßen Duft des Blütenrauschs,

Die schönen Frühlingslieder.

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