Duke Meyer

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Das Ältere Futhark

Das ist die Runenreihe, die vorwiegend von ca. 200 bis 700 n.Chr. in Gebrauch war. Sie umfaßt 24 Runen (in drei Reihen zu je acht).

Die meisten der historischen Runenfunde (ca. 5000) betreffen das sog. Jüngere Futhark, eine auf 16 Runen verkürzte Reihe, die ihre große Verbreitung letztlich vor allem den Wikingern verdankt.

Futhark-Varianten waren zahlreich (Angelsächsisches Futhark, Friesisches Futhark u.a.); ich verwende das Ältere Futhark, weil es sich mir inhaltlich am deutlichsten und harmonischsten erschließt.

(In der esoterischen Literatur wird dem Älteren Futhark heute gerne eine zusätzliche "Leer-Rune" untergeschoben. Die Idee einer unritzbaren "Rune" ist nicht germanisch, sondern US-amerikanisch und kam dort in den 60er Jahren des 20. Jh. auf.)

Von der Forschung wird heute kaum noch bezweifelt, daß die Runen bei den Germanen vor allem magische Bedeutung hatten. Als profane Schrift (oder Schrift-Ersatz) wurden Runen erst in germanischer Spätzeit (und noch einige Zeit danach) verwendet (in dieser Funktion erwies sich – spätestens mit Federkiel und Tinte auf Papier – das lateinische Alphabet klar als praktischer).

Vermutlich wurden sie jahrzehnte, vielleicht gar jahrhundertelang vorwiegend in Holz geschnitten und geritzt (das Fehlen waagrechter Stäbe läßt darauf schließen: so bleibt jede Rune gegen die Maserung sichtbar). Uneins ist man über Aufkommen und Herkunft der Runen; die Wissenschaft nimmt an, daß sie germanische Ab- und Verwandlungen etruskischer und/oder lateinischer Alphabete darstellen und vielleicht etwa 200 Jahre früher aufkamen, als sich die frühesten mit Runen versehenen Brakteatenfunde datieren lassen.

Als Sinn- und Symbolzeichen überlebten die Runen germanische Kulturen um viele Jahrhunderte (noch im 16. Jh. sah sich die Kirche genötigt, den Gebrauch von Runen zu verbieten) – und sind heute weltweit mehr Menschen bekannt als jemals zuvor in der Geschichte – rein quantitativ:-)

Mythologisch betrachtet, wurden die Runen von Odin (als Ergebnis eines schamanischen Selbstopfers) "gefunden".

Über etwaige Bedeutungen der Runen (über die bekannten Namen und ihre Variationen hinaus) und ihren genauen magischen Gebrauch in germanischer Zeit gibt es jedoch kein gesichertes Wissen!

Daher ist auch meine Sinndeutung eine individuell-subjektive.

Ich verstehe die Runen als genial einfach gehaltene Schlüssel zu einer enorm komplexen Kosmologie: Durch diese Türen fand ich – anfangs geradezu unwillig – Zugang zu Göttern: eben jenen germanischen, die ich heute die meinen nenne, weil ich mit ihnen bei Leib und Seele (und längst auch: aus tiefstem Herzen:-) verbunden bin.

Es ist kaum übertrieben zu sagen, daß ich zu einem gerüttelt Maß "in Runen denke": Manch komplexe Zusammenhänge, die zu erläutern ich viel Zeit und Worte bräuchte, lassen sich (für mich) in einzelnen Runen ausdrücken.

In meiner hier folgenden Auflistung des Älteren Futharks (und seiner mich besonders faszinierenden Reihenfolge und Zusammenhänge) beschränke ich mich auf knappeste Erklärungen und Assoziationen (Runenwissen ist m.E. nur interaktiv vermittelbar; aus Büchern lernt man es so wenig wie das Reiten, Weintrinken oder Vögeln).

Unter dem Symbol der jeweiligen Rune steht ihr gemeingermanischer Name, darunter dessen möglichst genauer Begriff auf deutsch, und darunter wiederum eine knappe Assoziation, die meinen wichtigsten und allgemeinsten Bezug dazu anreißt.

Die kurzen Gedanken darunter ziehen sich von Rune zu Rune durch den inhaltlichen Zusammenhang der jeweiligen Achterreihe.

Auch dabei habe ich mich auf die Aspekte einer ganz bestimmten "Reiseroute" beschränkt, die mir am Herzen liegt:
Sie ist mein persönlicher Weg ebenso wie mein Ziel, gehört assoziativ zu dem, was ich meinen inneren Halt nenne.


Draugadróttinn zum Gruß:-)


zu Fjölnir Eibensangs kleiner Runenreise
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