Eibensang

Oktober 2007

Produktion – Aufnahmen – Singvøgel. 14 Lieder sind’s geworden: darunter zwei aus älterem Repertoire, sowie zwei bislang ungespielte (die aber noch diesen Mond in Wien ihre Uraufführung haben). Eh alles sehr nah an den Live-Fassungen orientiert: außer ein paar kurzen Takten Hammondorgel und Klavier nichts, was wir nicht genauso auf der Bühne bringen. Straffe Arrangements: nur ein Lied länger als 5 Minuten, zwei Songs unterschreiten gar die 3-Minuten-Grenze. Zusammen belegt das aufgenommene Tonmaterial – da noch im Bearbeitungszustand – etwas mehr als 13 Gigabyte auf der Festplatte. Jetzt fehlt nicht mehr viel: Die Aufnahmen stehen kurz vor dem Abschluß. Abgemischt wird diesmal nicht im Rechner – sondern auf Mischpulten. So klobige Konsolen mit vielen Reglern sollen das sein, die man richtig anfassen kann – sagt jedenfalls unser Tonmeister. Na, ich bin gespannt. Jedenfalls sind wir längst eine richtige Band geworden. Toi toi toi!

Und ich – zwar würde ich mich weniger denn je jetzt einen „Tontechniker“ nennen (diese Tätigkeit war für mich nie mehr als „Mittel zum Zweck“). Aber das Dazulernen – das hat was. Der Regler in meiner Hand fühlt sich zuweilen an wie ein Schwertgriff. Paßt auf, ihr Gelernten, ihr Erfahrenen, ihr soviel mehr Wissenden! Gebt einem Hunnen kein Pferd – er wird damit reiten. Gebt einem Krieger kein Werkzeug – er wird es als Waffe verwenden. Und gebt einem Meyer keine Möglichkeiten – er macht soviel mehr draus, als im Handbuch steht! :-))) Die satten Mäuler und Mägen – sie wissen nicht, wie ein Hungriger brennt. Die Verzagten und vorsichtig Gewordenen – sie haben vergessen, wer Phoenix war. Ich habe nur einen Regler zwischen den Fingern, und weiß im Grunde nicht, welche Prozesse ich damit beeinflusse: rein technisch. Weiß der Samurai um die Physik seines Schwertstreichs? Ach – der Samurai ist ein Gelehrter? Der Kampfkunst? Ein Spezialist? Hör mal, Lauschende, hör mal, was aus diesen Boxen dringt. Das sind mehr als Töne. Was sie trägt, ist eine Idee. Ich habe nur einen Regler, aber gegen die Idee dahinter ist kein Kraut gewachsen. Das ist, was die Schäubles dieser Welt fürchten. Sie verwechseln die Unkontrollierbarkeit des Lebens mit dem Chaos, das es bedroht. Ich bin ein Gegner des Chaos (und ich weiß, wovon ich spreche). Ich bin ein Diener der Musen, auch. Aber im Loslassen der Kontrollwut – da liegt die Macht der Götter wie der Menschen. Alright, fellows. Ich lerne. Ich dreh jetzt den Hahn auf. Toi toi toi!

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