Eibensang

Mai 2006

Es ist soweit: Diesen Mond verlasse ich mein altes Echsennest und hieve meine Habe hinaus aufs Land: auf den Vanahof! Ein Packen ungeliebter Arbeit, so ein Umzug: trotz frohen Mutes hinsichtlich alles Kommenden. Und in aller Ungewißheit. Sie ist das Leben!

Vorher aber tauche ich nochmal für Tage tief ab: in den Wald, in die freie Natur… fünf ereignisreiche Nächte lang. In kleinem Freundeskreis feiern wir unsere – fälschlicherweise immer noch „Beltane“ genannten – „Höhlenriten„. Feiern? Unsere Übungen – zwischen NLP und Magie, beeinflußt von Therapiepraktiken wie selbstgestrickten Heilungserfahrungen, inspiriert von teils „indianischen“ bis zu „nachgedacht germanischen“ Methoden – bringen auch manches individuelle Leid zum Vorschein, ermöglichen manchen nervlichen Ausbruch.

Kein bloßer Seelenkram: alles sehr körperlich angelegt: Denn der Geist mag erkennen – wenn aber irgendetwas am Menschen zu lernen vermag, dann ist es der Körper (fast) allein. Gewohnheiten ändern! Ein Ziel erfühlen! Eintanzen! Im Schein des Feuers, im Staub der Höhle: in der Kehle Gesang, oder Schrei – befeuchtet von klarem Wasser (kein Alk, keine Drogen). Für frische Luft im Leben – auch nach der Rückkehr in die „Zivili-City“… (und sei die auch nur „Dorf“).

Wie wird es diesmal? Garantiert ist nur: neues Erleben. Trotz Planung hagelt es gewöhnlich die ungewöhnlichsten Überraschungen bei diesen „Riten“: für mein Schwesterherz und mich inzwischen das siebte Mal in Folge -doch die Freunde und Geliebten sind auch schon mehrjährig dabei. (He Sven – du versäumst was…! Gib dir das nächste Mal mehr Ruck! Es lohnt den Aufwand. Schwör ich dir, geliebter Lehrer!)

Falls mich wer vermissen sollte: Ihr könnt meine Stimme hören… Der Diener der Ekstase ist erfolgreich „verewigt“: Die gleichnamige brennfrische CD beinhaltet die schönsten Zungentänze aus meiner „heidnischen Frühzeit“ (Mitte der 90er Jahre – zwei der neun Texte entstanden bereits in den 80ern…). Diese Sprach-CD wollte ich ursprünglich für 6 Euro verhöken. Sorry: Ich verlange 9,99 – denn sie ist es wert. Obwohl ich eine Stunde lang nicht (oder kaum) musiziere, sondern nur spreche: flüsternd, raunend, redend, feixend, schreiend, erzählend – und singend… mit und in allen Gefühlen, dem ganzen verdammten Spektrum! Ein bißchen Vermächtnis: als prägend wichtig erlebter Zeit, geronnen in erstklassigen Texten – heute wiedergegeben mit allem, was ich seither lernte und kann.

Ach ja: Die Beltane-Gigs der Singvøgel zwischendurch gerieten wunderschön. Nürnberg-Premiere meines neuen Outfits (und Ihr solltet erstmal Karans geile Kluft sehen: Die „Kampfkrähe“ macht mich ollen Narzißten neidisch…;-) ; danach ein letztes Mal – aber umso enthusiastischer – Marduks Feuer im norddeutschen „Drachenhof“ besungen… Ein stimmiger Abschluß. Mögen die Orte auch wechseln: Der Tanz geht weiter… es ist Zeit. Erlebnisreichen Frühling – wünsch ich Euch allen. Und Mut: allen Mut, den wir brauchen.

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