Eibensang

Heil

Wenige Begriffe unserer Sprache wurden derart vergewaltigt -von seiner jahrhundertelangen Instrumentalisierung durch die kirchlichen Theokraten bis zur schließlichen Besudelung durch die NS-Deutschen. Man nehme diese Überschrift daher um großer Götter (vor allem aber aller Menschlichkeit) Willen nicht als markerschütternden Ruf, sondern stelle sich das Wort vielmehr geflüstert vor. Behutsam mit seinem tatsächlichen Sinn refilled, gibt es keinen deutlicheren Begriff für das, was es mich zu sagen drängt.

Unmöglich allerdings, sofort zum Kern der Sache zu kommen. Auf die erwähnten Missbräuche der strapazierten Worthülse selbst will ich zwar gar nicht gesondert eingehen -die setze ich mal als sattsam bekannt voraus. Auch die „neuen“ Inhalte sind erst später dran: als empfehlbare Nutzlast, sozusagen. Wenn eine Form gezimmert ist, die trägt. Sagen wir: Ich will einen Bootsbau skizzieren.

Aber Anforderungen, Eigenschaften, Machart und Beschaffenheiten dieses Bootes lassen sich nicht erörtern, ohne zuvor einen Blick auf das weithin aufgewühlte Meer zu werfen, in dem es schwimmt -genauer: dessen Wogen, Brecher und Untiefen zu befahren es sich erst anschickt. Denn soweit sei vorgewarnt: Wir drehen hier keinen Historienschinken. Dieser Film über germanische Ideen und Anwendungen spielt ausschließlich in der Gegenwart.

Totale (Weitwinkel-Aufnahme / Panorama)

Wir leben in unruhigen Zeiten, Tendenz verstörend. Das international durchgesetzte Dogma weltweit „ungehinderten“ Warenflusses entwertet Arbeitskraft auf selbstmörderisch niedrige Niveaus; die und der Einzelne hierzulande erleben das als persönliche Perspektivlosigkeit, Ohnmacht und Druck. Der Staat versucht sich in (zuweilen bizarren Hilflosigkeitsmaßnahmen) hauptsächlicher Armutsverwaltung; die dies dem Volk händeringend bis hanebüchen verkaufenden Politiker entwerten damit ihrerseits die Demokratie (denn die lebt vom Vertrauen). In deren Windschatten wiederum gehen Ideologen des Hasses Jünger fischen und schöpfen reichlich Volksfrust ab. Die Angstmaschine brummt.

Was immer als fixer Wert gegolten haben mag bis vor kurzem: er bröckelt. Sie bröckeln alle. Das ganze System erodiert. Und damit auch das Selbst-Bewusstsein seiner Träger: wie außen, so innen. Und an dem, was noch steht, meint man zu spüren, wie sich die Schrauben lockern (auch zuvieler Gemüter…). Sicher ist nur noch, dass als sicher geglaubte Gewissheiten schwinden. In diesem Strudel -ja: Mahlstrom -rangeln Menschen nach Halt.

Die Identitätsfindung im Land jener Beliebigkeit, die hier gern mit Freiheit verwechselt wird, nimmt neurotische Züge an: Als „westliche Werte“ werden nach Gusto hervorgekramt, was blutige Geschichte oder ihre dümmlichsten Legenden hergeben -die Menschenrechte hingegen sind historisch offenbar noch zu jung, um bereits als einforderbarer Wert auch persönlich Sinn und Stolz zu stiften… (von Gemeinsinn ganz zu schweigen: Entsolidarisiert sind wir bis tief ins geplünderte Portemonnaie hinein. Auch ich überlege, ob ich mir meine Trinkhörner nicht demnächst an die Ellbogen schnalle… Only the lonely survive?). Und dem Big Brother USA wie ehedem gewohnt jeden Trend abzugucken, will auch nicht mehr recht funzen, seit der Ölscheich und Gotteskrieger Bush bei seinem „Krieg gegen den Terror“ erkennbar ein wichtiges Land vergessen hat: Texas.

Texas erfüllt seit längerem die Kriterien für militärische Interventionen im Namen von Freiheit und Demokratie: Dort werden seit je die Menschenrechte mit Füßen getreten (Todesstrafe!), unlängst kam ein Präsident ohne glaubwürdige demokratische Verfahren an die Macht (Bush, 1. Amtszeit), dort lagern Massenvernichtungswaffen in hoher Zahl, breite Bevölkerungsschichten huldigen dem Fundamentalismus, religiöse Fanatiker sitzen in Regimekreisen. Von diesen gehen zudem weltweite Drohgebärden aus, und nicht nur rhetorische!

Aber Ernst beiseite.

Nahaufnahme (Schwenk auf die Protagonisten / Portraits)

Die Spaßgesellschaft funktioniert ja noch. Treffen wir uns auf dem Mittelaltermarkt, und vergessen, „gewandet“ wandelnd zwischen Drehleier, Blasebalg und fetter Bratwurst für drei „Taler“, dass jede beliebige Ära vor ein paar hundert Jahren für 99 % damaliger Bevölkerung frei von jeglicher persönlichen Freiheit war.

Gerade Neuheiden begeistern sich gern an der nostalgischen Wiedergängerey jener Jahrhunderte Kirchendiktatur (die deren noch blutigerer „Neuzeit“ vorausgingen, in der die Inquisition zu ihren größten Exzessen erst so richtig auflief): damals, im Mittelalter, gab’s halt noch öffentliche Badezuber, oder so ähnlich (glucks). Und überhaupt soll man ja alles nicht so eng sehen -heute geht es schließlich ums Vergnügen.

Dieses aber kann sich krampfhafter Züge nicht entledigen, betrachtet man, wie ernst ebendiese „Heiden“ anderseits in ihrer persönlichen „Religiösität“ genommen werden möchten. Allmählich möchte sogar ich beinahe an „Karma“ glauben: angesichts all dieser Profilkasper, Titelhuber, Verschwörungstechniker, freifabulierenden Geschichtsorakler, Unsinnabnicker und Wirklichkeitsverdränger, die da Asyl beantragen als vom Alltagsmief Verfolgte im Traumland freier Wühltisch-Phantasien. Wieviele Geheimräte, kaiserliche Beamte, Gendarmen, Zwangsmütter, Landbüttel, Kardinäle, Ablassverkäufer, Äbtissinnen, Dorfpfaffen, Quacksalber, Marienerscheinungsgeplagte, Wundmal-Voodooisten, Selbstgeißlerinnen, Beutelschneider, dummgeprügelte Mägde, Kreuzfahrer und Kleinstdespoten mögen sich hier aus den letzten 1500 Jahren „inkarniert“ haben in den heutigen Zeitgenossen! Denn anders kann ich mir deren jederzeit auf Stich- und Reizwort herauskrakeelbare Emp- und B.- Findlichkeiten kaum mehr erklären… (die Titel haben gewechselt. Wir sind Alsherjapsgode -und überhaupt hochgradig initiiert! Was man aber alles nicht verwechseln darf -schon der Wichtigkeit wegen.)

Den Vorfahren freilich ist kein Vorwurf zu machen. Was hätten sie anderes tun sollen, als nach ihrem Ableben in ausgerechnet sovielen heutigen Neuheiden zu „inkarnieren“? Schließlich werden sie von diesen geflissentlich übergangen bei der Ahnenverehrung: beruft sich neuheid doch lieber auf die beliebig aufblasbaren Ganzaltvorderen, die originalen (!) „Germanen“, unverfälschten (!) „Kelten“ -oder wenigstens all die vieltausendjährig (in klammheimlichen, von Oma zu Enkelin vermutlich zwischen Kirchgang und Wäscheberg weitergeraunten) „ungebrochenen Hexentraditionen“…!? Zumindest die Linie der Dummheit ist eine nachweislich schwerdurchbrechbare. Ganz hartnäckig haltbar, diese Tradition. Und wahrhaft religionsübergreifend.

Christen -waren das nicht irgendwelche fernen Bösen, die irgendwie aus der orientalischen (!) „Wüste“ in unsere (!) schönen Wälder kamen (?) und mit viel Gezeter und Höllgeheul den armen heidnischen Landsleuts auf einmal das Spökenkieken verboten haben? Zu den eigenen Ahnen zählt neuheid die Christen anscheinend nicht (auch wenn deren Missionare keineswegs aus morgenländischen Fernen, sondern ganz nachbarschaftlich aus Irland und Italien herbeigetrippelt waren, das damalige New Age verkündend). Wie aber die vergammelten Wertvorstellungen all jener bekennenden Christen aus letztlich über anderthalb Jahrtausenden Abendland klammheimlich in den scheinheidnischen Köpfen der Heutigen spuken (auch ganz ohne Inkarnierungsschmäh, sondern so richtig de facto): Das passt auf keine Kuhhaut, und das bannt auch kein Pentagramm.

Also sprach der Moderator: Selig sind die besonders Bescheuerten, denn ihnen gehört das Medienreich. Und heute die ganze Welt.

Außenaufnahme (hinter den Kulissen: fürs „Making of“)

Die ganze Welt … unsere (jeweils) ganze Welt… ist Wahrnehmung. Eine subjektive, immer, und nur. So ist das mit der „ganzen Welt“. Außerhalb menschlicher Wahrnehmung gibt es keine „Medien“, keine Fernseher, Filme oder Bildschirme (sieht man mal von ein paar größeren Halden Elektronikschrott ab, über die Mama Globus aber bald ihr gnädiges Gras wachsen lassen würde, ließe man ihr nur ungestörte Zeit). Unser aller Internet, das sind ein paarmillionen fragile Datenplatten, überdreht rotierend allesamt, miteinander verbunden über etliche Zigkilometer dickzäher Kabel auf Ozeangrund und sonstwo -und da z.B. die NASA (immerhin ja kein Kellerclübchen pickeliger Bastelbuben) schon heute die Dokus ihres kompletten Apollo-Raumfahrtprogramms aus den 60er Jahren nicht mehr abzuspielen vermag, weil niemand mehr die schrottreife Hardware reparieren kann (was aber eh egal ist, da die Originalaufnahmen inzwischen „verlegt“ wurden: vulgo verloren sind…), darf man getrost davon ausgehen, dass auch und gerade von unserer aller zeitgenössischen Daten-Geschwätzigkeit nicht viel mehr übrigbleiben wird als einige Tonnen unappetitlicher Plastik- und Siliziumschrott (von dem aber unklar sein wird, wozu er überhaupt diente). Die Archäologinnen künftiger Zeiten werden sich die Köpfe zerbrechen, was wir den ganzen Tag eigentlich gemacht haben -aber das müssen wir ungetröstet ihrer Phantasie überlassen. Von unseren Gedanken wird nichts künden!

Nun, wir wissen ja, was wir tun. Im Sinne unserer Making-Of-Aufnahme sieht das so aus: Ich sitze gerade seit ein paar Stunden auf einem Plastikdrehsesselchen, vor einem Holztisch, auf dem u.a. ein Kasten steht, in welchen ich unablässig hineingucke. Von der Vorderfront des Kastens geht ein fahles Leuchten aus, von der Deckenlampe ein helleres.
Meine unruhigen Finger lassen flache Knopfreihen leise klappern. Aus zwei kleineren Kästen links und rechts auf dem Tisch röhrt rhythmisch-melodiöser Klang. Am Körper trage ich dünne Textilien, und im Haar hoffentlich keine Läuse (obwohl die halbwüchsigen Kinder meiner Schwester ständig welche mitheimbringen von der Dorfschule). Mein Magen verdaut gerade „Spaghetti aglio e olio e peperoncino“: typisches Alltagsfutter für mich, auch wenn das nicht allzu germanisch sein dürfte -aber es machte mich nicht germanischer, bevorzugte ich Hirsebrei. Pasta, Knobi und Chillies sind billig -und so, wie ich sie mische, schmackhaft (na schön: der frisch zu raspelnde Parmegiano Reggiano drauf, der kostet a bisserl. Aber Stil darf sein, zumal’s der Käs‘ wert ist) -außerdem sagen die wenigen Mädels, die mir die Freude machen, gelegentlich mein Lager zu teilen, dass ich „abgenommen“ hätte: seit mir die Spaghetti die fette Hartwurst ersetzen morgens…

Off topic? Von wegen. Wir sind schon ganz haarscharf am Thema. Heil… Ich bestehe nochmals auf die kategorische Abwesenheit jeglichen Rufzeichens hinter diesem Four-Letter-Word: das mir so wichtig wurde in den jüngsten Jahren. Dass es mir überhaupt wichtig und relevant werden durfte (oder sagen wir pragmatischer: konnte), verdanke ich freilich anderen. Denn Heil, soviel sei vorausgeraunt, ist alles andere als eine individuelle Leistung. Obwohl es solche erfordert…

Und hier wären wir schon beim ersten Gegensatz zur „Gesellschaft“ des „anything goes“: die eigentlich nur beständig verspricht, du könntest es allein schaffen. (Gerade mir als Musiker wird industriemäßig der „virtual drummer“, der „virtual guitarist“, der „virtual bassist“ -…demnächst womöglich sogar noch das „virtual groupie“? -für „wenige“ hundert Eurotaler angepriesen… alles wohlfeile Software fürs private Rechenkistchen. Stehende Botschaft all solcher postmodernen Errungenschaften: Mach dein Ding -für dich alleine! Was die Werbeprospekte nicht miterwähnen: Alleine, ganz alleine… bleibst du dann damit auch. Voilá: So verwandeln sich zahllose ambitionierte Künstler freiwillig in einsame Auto-Autisten. Ob wer dazu noch zuckt, spielt eigentlich nimmer die Rolle… Zuhörer werden zur bedrohten Art -die aber auch keinen mehr interessiert. Ich plage mich daher aber am Arsch lieber mit der lebendigen Zickengitarrera, ihrem und meinem Lieblingsdrummer, und der dann dreifach sich überschlagenden Ekstase herum…: bevor ich mir in fatalster Verblendung einbilde, „totale Kontrolle“ über den künstlerischen Schaffensprozess ermögliche -oder garantiere gar -überhaupt einen solchen. Verdammt, ich bin Mensch -geborenes Herdentier! Mit allem Wenn und Wehe!)

Innenaufnahme (Oberstübchen / Dachgeschoss)

Ich muss gestehen: Ich kann die Welt nicht retten. Der Globus brennt, und was mach ich? Schlangestehen im Supermarkt, oder vor dem einsam restgeöffneten Bank-, Amts- oder Bahnschalter, und mich noch dumm anrüffeln lassen von unterbezahlten und komplett desinteressierten Lakaien, die ihren bräsigen Dienst nach Vorschrift schieben, als gelte es, dem Kunden, der alles andere als ein „König“ ist, durch ihre Ignoranz eine Art Rache des real überlebten Sozialismus spüren zu lassen.

Als kürzlich mein Mobiltelefon gesperrt wurde, da meine Rechnungsüberweisung zu spät erfolgt war, erwies es sich als unmöglich, einen lebenden Menschen im Dienste des Providers an die Strippe zu bekommen. Ich tippte mir die Finger wund, mich durch automatisierte Menüs hangelnd („…dann drücken Sie die Drei…“), bloß um letztlich zu erfahren, dass „alle Mitarbeiter derzeit beschäftigt“ seien -und Mozarts Kleine Nachtmusik tröstete zumindest in Form digitalisierten Gepiepses da wenig. „Du kannst es allein schaffen. Mach dein Ding.“ Totale Kontrolle. Über dein Leben und Schaffen. Erstreben andere: habe ich den Eindruck. Aber diese Kontrolleure haben kein Gesicht. Der Zorn findet kein Ziel mehr: zumindest, wenn man nicht getriebenen Idioten wie „Jan von Helsing“ (bürgerlich: Udo Bohley) -dem populären Sampler wiederaufbereiteter Verschwörungstheorien -auf den billigen Leim geht: der allen Ernstes suggeriert, an all der modernen Unbill seien (mal wieder, und wer sonst?) „die Juden“ schuld.

Die Mauer muss weg! Gilt irgendwie noch immer. Da ich die außen nicht mehr sehe, gehe ich die in meinem Kopf an. Und siehe: da ist mehr als eine.

Kamera aus (Drehpause)

Heil findet nicht im luftleeren Raum statt. Es ist kein Zustand, den einer für sich allein haben kann. Es geht um mehr. Es geht um Menschen: immer um mehrere. Wie nah oder weit weg die auch sein mögen.

„Sie trafen sich auf einer Lichtung. Es waren nur noch wenige. Die Zeit hatte ihre Spuren in die Gesichter gegraben, wie in die Erinnerungen. Aber ihre Augen leuchteten ungebrochen. Sie wussten, wozu sie da standen. Jetzt galt es, weiterzumachen. Und als der erste Scheit loderte, sangen sie. Für den Wind, für das Gras, für die Berge…“
(Die Singvøgel: Feuersang)

Heil ist verbindlich. Seine Annahme hat immer Konsequenzen. Seine Errichtung bedeutet Arbeit, und ihr Lohn ist nicht immer gewiss.

„Es war eine harte Zeit gewesen … Sie hatten vieles verloren. Und manch einer von früher war nicht mehr dabei…“
(dto.)

Als ich letzten Winter jäh stark erkrankte, rief mich meine Schwester an: Sie komme mich jetzt holen -zu ihr raus aufs Land (wo ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wohnte. In meiner City-Bude war natürlich der Ofen kalt: ich konnte mich nimmer groß rühren). Sie ist nicht meine „richtige“ Schwester. (Die „richtige“ residiert als eine hochbürgerliche Institutsleiterin in Wien und hält nix von mir.) Loki, was sag ich! Natürlich ist die meine richtige Schwester, mit der ich lache und weine, mit der ich durch Dick und Dünn gehe oder strauchle, mit der ich jetzt wohne, und die mir kalte Wickel machte, bis das Fieber runter ging, und die auch anderseits jederzeit eine Fünf gerade sein lässt, und die auch manchmal nervt wie ich sie, aber die halt meine Schwester ist: meine liebe Schwester, obwohl ich die erst seit acht Jahren kenne, und die vor sechsen eben meine liebe, meine wichtige und richtige und wahre Schwester werden durfte. Mein Band mit ihr ist dicker als das des Blutes. Von den Göttern her sind sie und ich von einem Blut -obwohl wir nichtmal genau die gleichen Götter haben (brauchen). Home is where the heart is, und wir sind füreinander da. Das ganz normale, verrückte Leben brachte uns zusammen (so, wie mich dasselbe von meiner leiblichen Schwester leider entfremdete).

Kommenden Winter holen wir meine alte Mutter über Weihnachten auf Besuch, und als die das letzte Mal bei uns war, tanzte Schwesterherz mit der über 80jährigen spontan Walzer in der Küche. Zum Begriff „Heil“ passt gerade und auch Kästners Erich alter Spruch: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

„Das Feuer loderte hoch. Hände fanden sich, fassten ineinander … Menschen maßen, was sie miteinander geteilt hatten -wieder und wieder…“
(Feuersang)

Susanne E. (Name vom Verfasser geändert), ein junges begabtes Mädel aus Norddeutschland, stieg nach einiger Zeit aus unserer Heilsgemeinschaft, der Nornirs Ætt, wieder aus: Sie mochte sich nicht so „festlegen“, und überhaupt: diese „Verpflichtungen“ bei solchen Zugehörigkeiten -das alles sei nicht ihr Ding. Mal abgesehen davon, dass sich „Verpflichtungen“ von Mitgliedern unserer kleinen überregionalen Gruppe auf (individuell wie spirituell zudem recht freizügig auslegbare) Zugehörigkeitsgefühle zu germanischer Kultur beschränken: die Anforderungen sind schon hoch. Wir erwarten -neben aktivem Einsatz für die Menschenrechte (was wir dem Erbe der Geschichte wie auch unseren Germanengöttern schuldig sind) -persönliche Verbindlichkeit der Gemeinschaft gegenüber. Dazu aber gehört wenig mehr als das Einhalten gegebenen Wortes, und das Interesse am Austausch mit den anderen in der Gruppe.

Die gibt es seit 1995. Die von Anbeginn angestrebte Heilsgemeinschaft tatsächlich zu sein, gelingt uns seit 2003. Unsere Kopfzahl ist überschaubar: etliche kamen, manche verließen uns. Woran wir aber unablässig arbeiten, ist die Struktur: unsere Konsensdemokratie funktioniert. Verdeckte Machtstrukturen aufzustöbern (besonders unbewusst oder unbeabsichtigt etablierte) und auszumerzen war ein ähnliches Sisyphus-Unterfangen, wie einen Garten von Unkraut freizuhalten. Aber wir schafften es. Seitdem fließen Energien ungehindert, von denen wir vorher gar nicht so recht ahnten, dass es sie überhaupt gibt. Obwohl wir weit auseinander wohnen: Hamburg -Leipzig -Bocholt -Rothenburg sind unsere derzeitigen Grenzen bzw. Entfernungen. Aber wenn’s im Norden brennt, dann blinkt’s auf im Süden. Es geht tief, inzwischen: bis in die normalerweisen Tabus der zwischenmenschlichen Beziehungen hinein. Alles ist Privatsache -aber von der des einen bleibt auch die der anderen Hunderte Kilometer entfernt nicht unbetroffen. Wir trauen uns, zu reden: miteinander. Und zu handeln!

Das Boot (Silouhette im Abenddämmer, außen)

Ich wählte den Vergleich mit einem Boot, weil ein solches klare Grenzen hat. Je klarer der eigene Heilsbereich definiert ist, desto klarer lässt sich dessen Geschick lenken.

Was aber ist Heil? Glück, Erfolg, Gedeihen? Das kommt schon hin. Aber es ist niemals nur das eigene, individuelle. Heil betrifft vielmehr unsere Beziehungen: alle (nicht nur die sog. Liebes-…)! Mein Heil erwächst daraus, was ich mit anderen zu tun habe, wie ich mit denen umgehe, und die mit mir.

Nach meiner Erfahrung wie auch Beobachtung bildet sich in jeder Gruppe von Menschen (egal, ob es eine zielorientierte Projektgruppe, eine Lebensgemeinschaft oder nur eine sonstwie interagierender Interessensverband ist) nach einer Weile -je nachdem, wieviel und wie häufig die Beteiligten miteinander zu tun haben, in welchem begrenzten Bereich auch immer -eine Art Gruppengeist heraus, den ich gern „Gruppenseele“ nenne. In der Nornirs Ætt nennen wir eine solche Gruppenseele „Hamingja“, empfinden und behandeln zumindest die unsere als ein Wesen, eine Art unsichtbare (aber deutlich fühlbare Geist-) Person. Aber man braucht gar nicht diese bewusst intensive (germanische) Spielart bemühen: Jedes Team, jede Familie, jede Clique, jedes Ensemble kontinuierlich interagierender Personen hat seine eigene, mehr oder weniger spürbare Atmosphäre, deren Eigenschaften sich in solch einem Geist verdichten. Ob man das nun weiß, an sowas glaubt, oder sowas gar ignoriert. In den Fällen, wo man die Gruppenseele wirklich wahrzunehmen -und ernstzunehmen -bereit ist, wird es natürlich einfacher, damit umzugehen: darauf aufzupassen und zu achten. Das Heil der Nornirs-Ætt-Hamingja kommt nicht von ungefähr -die Personifizierung unserer Gruppenseele erlaubt uns einen konkreteren Umgang mit dem Gruppenheil, als das der Fall wäre bei lediglicher Wahrnehmung einer ungefähren „Atmosphäre“ oder „Stimmung“.

Glück, Erfolg, Gedeihen. Die Gesellschaft, in der wir alle leben (und die wir dadurch darstellen: wir sind sie), definiert diese Begriffe -und damit das Heil -als ausschließliche Einzelleistung von Individuen: Jeder sei „seines Glückes Schmied“. Unwidersprochen, erstmal -aber das Bild reicht nicht aus. In seiner Unvollständigkeit ignoriert es all unsere Verhältnisse und Beziehungen: es ignoriert den Menschen als Gemeinschaftswesen. Dementsprechendes Unglück, Unheil kommt raus.

Kürzlich las ich einen bitterbösen Spruch: „Ich war für die Selbstverwirklichung -bis ich Leute traf, die sich selbst verwirklicht hatten.“ Unsere Gesellschaft propagiert Freiheit wie keine andere. Aber Freiheit ohne Verbindlichkeiten anderen gegenüber läuft auf Einsamkeit hinaus: wofür die allermeisten Menschen nicht geschaffen sind. Aufgeklärte spüren die Zwickmühle: Freiheit oder Bindung? So schwarzweiß, derart digital („null“ oder „eins“ -der eine Wert schließt immer den anderen aus) lässt sich das unmöglich entscheiden: zumindest nicht, wenn Heil daraus entstehen soll. Wir alle brauchen Freiheit(en) und Bindung(en) gleichermaßen.

Nein, ich vermag auch nicht von der „guten alten“ Großfamilie zu träumen, wo einer den andern deckelt, wo womöglich die schlimmste Hackordnung herrschte: Was nützt mir der Halt der konkreten Bezüge, wenn ich überhaupt nix darf inmitten all der rigiden Sozialkontrolle? Selbst einer typischen neurotischen Kleinfamilie entstammend, probte ich, derlei fliehend, jahrzehntelang in hohem Maße das Gegenteil: suchte die persönliche Freiheit, die größtmögliche Unverbindlichkeit, fand das alles, und legte mir dabei auch eine Menge (sozial nicht immer kompatibler) Marotten zu -die heute z.T. sogar meinen Charakter prägen. Die Sehnsucht nach der „Gruppe“ aber, einer Gemeinschaft: wurde umso bohrender, je weniger ich (auch über schlechte Erfahrungen, die ich vielfältig machte) an das Gelingen mehrköpfigen Miteinanders zu glauben -und darin zu investieren -vermochte. Doch diese jahrelangen Zeiten, die ich als harte erlebte, erwiesen sich später als gute Lehre!

Irgendwann beginnt man Werte zu entwickeln (umso freier, wie man all die unbeabsichtigt verinnerlichten zu reflektieren vermag: ein selbstkritischer Willensakt). Jener Mitbewohner, der mir einst die gemeinsame Wohnung verschaffte, mich aber kurz darauf um tausend Mark betrog (kaltgrinsend: obwohl ich ihm goldene Brücken baute, da ohne Gesichtsverlust herauszukommen in gemeinsamer Einigung -die er aber ablehnte): den erklärte ich irgendwann für mich als „schädlich für mein Heil“, und schob ihn aus meinem frischempfundenen „Heilsbereich“. Damals (neun Jahre isses her) brauchte ich dazu noch ein bissi albernen Hokuspokus: Hexerei mit Tierfell, Kerze und Kristall… Tinnef, aber er wirkte (natürlich). Heute genügte mir die Entscheidung, das Bewusstsein, der Entschluss. Konkrete Magie wirkt immer -unabhängig von Requisiten oder „Hokuspokus“.

Als ich mich vor sechs Jahren jäh konfrontiert fand mit einem halbkriminellen Wohnungsspekulanten, der sich (als mein plötzlich neuer Vermieter) notlos anschickte, mir in meiner damaligen Wohnung das Bleiben zur Hölle zu machen, erkannte ich: Diesen unappetitlichen Idioten (der sich z.B. erdreistet hatte, mir das Wasser abzusperren, als ich beim Scheißen auf dem Klo war -bloß, um mich rauszuekeln) hatten mir die Götter nur als vorübergehende Aufgabe geschickt -als Trainingsobjekt sozusagen. Diesen Arsch, der da geifernd vor meiner Tür stand und mir drohte -den würde ich nur kurze Zeit in meinem Leben kennen. Ich zog aus der Bude aus, aber gewann den Rechtsstreit mit einigen guten Kröten plus (die erstrittene Abfindung wärmte meine Tasche auf heimeligste) -obwohl mein Anwalt nicht grad der beste gewesen war. Zornmotivierte Gründe hatte ich dennoch gehabt, die schimmelige Bruchbude bei meinem Auszug rituell zu verfluchen -kurz darauf hörte ich, dass der Spekulant „pleite gegangen“ war, und obendrein drei Finger verloren bei irgendeiner „Motorsäge-Aktion“… Zufall? Jou, warum nicht. Allein mein Mitleid hielt sich in Grenzen (ich bin, insbesondere wenn man mir grob unfair kommt, ein nachtragender Mensch).

Das Boot nimmt Fahrt auf

Von den Mitgliedern meiner Gruppe erkrankte einer an Krebs, einer an einer lebensgefährlich-chronischen Autoimmunkrankheit, ein anderer bekam jäh einen (knapp überlebten) Herzinfarkt, einer kam für Jahre weder beruflich noch privat auf einen grünen Zweig, einer wurde die Ehe zum Gefängnis, einer anderen die Beziehung zu eng (ohne Aussicht auf Änderung). Des einen Familie ging auseinander, der andern ließ die ihre keinen Atem mehr, ein weiterer verlor die seine, einige finden erst gar keine Lebens- oder Liebespartner, die andern immer die falschen, ich selber wähne meine Liebste gegangen immer wieder, obwohl ich ihr die neue Liebe gönne wie sie meine Affären zu verdauen sucht -im Stress sind wir alle, und die mit „gesicherter Existenz“ sind in schwindender Minderheit… Doch wir alle halten zusammen, haben und pflegen allesamt (zunehmende) Verbindlichkeiten. Wir stritten, wir kämpften, wir lachten und weinten, arbeiteten und ächzten, tranken, tanzten und liebten -und tun das alles nach wie vor. Wir verloren einen Rabenclan, an dem wir zehn Jahre lang selbstverständlich mitgearbeitet und Teil gehabt hatten, etliche der unsrigen verloren Lieben und (schlimmer vielleicht noch) jahrelange Freunde… Was hatten wir nicht alles -trotzdem oder deswegen -vorgehabt, doch unterm Strich nichts geerntet als…

Heil. Sein Himmel ist Verbundenheitsgefühl, seine Erde Vertrauen.

Gemeinschaftlich entwickelte, jahrelang erprobte (und veränderlichen Erfordernissen dynamisch angepasste) Regeln des Miteinander schufen die Voraussetzungen für das gegenseitige Vertrauen innerhalb der Nornirs Ætt -aber die ist nur eine kleine Gruppe, und die Heilsbereiche der Einzelnen gehen natürlich darüber hinaus (in Form von Familien, Freundeskreisen usw.).

Und natürlich geht jeder mit seinem persönlichen Heilsbereich ein bisschen anders um, gemäß dessen, dass man ja auch individuell unterschiedliche Vorstellungen darüber, Erwartungen und Ansprüche daran hat. Keiner aus der Ætt kann oder wird mir daher vorschreiben, wie ich meinen persönlichen Heilsbereich zu definieren habe oder wen ich da in welcher Form hineinlasse, dran teilhaben lasse oder sonstwie dazuzähle -solange es nicht wiederum das Gruppenheil tangiert, was ich so treibe. Schließlich stärkt es das Gruppenheil, je besser es ihren Mitgliedern geht: das Heil potenziert sich. Insofern lässt es die andern auch nicht kalt, wenn es Einzelnen schlecht geht: es betrifft alle -und da unterscheidet sich unser Modell ganz konkret von den Sitten der größeren Gesellschaft: die mangels Heilsverständnis für so ein gegenseitiges Auffangen dann entweder Familienbande (im Sinne leiblicher Verwandtschaft) braucht -oder das Hilfsbedürfnis halt aufs mehr oder minder äußerlich-oberflächliche „Funktionieren“ von Personen beschränkt. (Den Rest regelt dann der Psychiater, auf Gedeih und Verderb. Gewagtes Kunststück allerdings: Leuten gegenüber, die sich -unabhängig von ihren jeweiligen Problemen -gesellschaftlich eh schon auf ihre Funktion reduziert fühlen müssen: weil sie es sind.)

Was unser Gruppenheil wiederum von dem einer reinen Freundschaftsbindung (denn auch Freunde helfen ja einander…) unterscheidet, ist die klardefinierte, bewusst angewandte Systematik: also deutlich mehr als ein Schulterkloppen, und einem lauen Spruch a la „…und jetzt fang dich aber mal wieder“. Das Bewusstsein fürs gemeinschaftliche Heil ist stark -und ggf. nicht abhängig von privater Sympathie (obwohl solche natürlich aus den Ergebnissen erwächst, oder sich verstärkt).
Wie weit weg die andern auch immer grad sein mögen, und egal wo es mich gerade herumwürfelt: ganz allein bin ich nie. Bin immer Teil eines konkreten größeren Ganzen.

Die Regeln unserer Gruppe gelten freilich nur für diese, und innerhalb dieser. Nach Regeln lebt aber jeder Mensch -wie (und woher) bewusst oder unbewusst verinnerlicht, und in welchem widersprüchlichen Ausdrucks- und Wirkungskonglomerat auch immer.
Und wo immer eine (wie auch immer geartete) Gemeinschaft sich nicht eigene Regeln schafft, folgt sie bereits vorhandenen: meist eine zufällige Mischung dessen, was die jeweiligen Beteiligten so mitbringen… und je weniger oder unklarer das untereinander kommuniziert wird, desto mehr Zusammenstöße gibt’s: allzu oft als persönliche Animositäten missverstanden -die’s zwar immer auch gibt. Aber auf dieser Ebene lässt sich das Problem nicht lösen!

Ob ein Boot fahrtüchtig ist, misst sich nämlich nicht daran, ob oder inwieweit die Insassen sich gerade leiden können (wiewohl das zwar eine Rolle spielt, wie z.B. auch der Fahrtwind oder der Seegang…). Bei Segelriss, Mast- oder Ruderbruch ist es aber wenig hilfreich, private Sympathiefragen zu diskutieren. Da muss man schon erkennen, wo’s strukturell hapert, und auf die Sachebene gehen, um Probleme zu beheben. Was ist bei deiner Gruppe / Familie / sonstigen Gemeinschaft der Mast, das Segel, das Ruder? Welche Bedeutung haben diese „Teile“, und wie ist ihre funktionale Beziehung zueinander? Das ist „Struktur“: die von Gruppierungen zu erkennen, Voraussetzung, daran zu arbeiten. Wohlgemerkt: Die Frage lautet, was ist der Mast und das Ruder -nicht etwa: wer bedient es! (Das spielt zwar ggf. auch ein Röllchen, ist aber eine kategorisch andere Frage!) Inwieweit sind sich die „Insassen“ dieses oder jenes Haufens überhaupt einig, in was für einer Art Boot sie hocken? Auch wohin das ggf. fahren soll, lässt sich erst danach klären.

Zu fernen Gestaden… (ein offener Plot)

Was packen wir hinein in unser Boot? Geht es ums Vorwärtskommen (gemeinschaftlich wie persönlich), oder auf Räubereifahrt? In germanischem Verständnis hängt auch Gruppenheil ab von individueller Ehre -die ich, um Assoziationen zu pathetischem Hohlgebläse zu vermeiden, hier mal lieber als Ehrbarkeit (der Einzelnen) bezeichne. Und die wiederum hängt ab von Wertinhalten. Hier scheiden sich die Geister -und das ist auch nötig. Ich kann kein Heil mit jemandem haben, der z.B. Menschen in „Rassen“ einteilt (was Abwertungen immer nach sich zieht: und sei es „nur“ in der Praxis via biologistisch beliebig begründbarer Ausschlüsse) und / oder Inhalte und Formen seiner persönlichen Religion (und damit auch die anderer) für genetisch oder sonstwie biologisch bedingt hält. Und wenn so jemand zehnmal die gleichen Götternamen verwendet wie ich (alles schon mal vorgekommen…). Da beschwören wir dennoch vollkommen unterschiedliche Kräfte herauf: die sich im Fall dieses Werte-Beispiels diametral und unvereinbar gegenüberstehen. Rassismus ist keine politische Meinung, sondern ein Verbrechen. Ja: Mein germanischer Ehrbegriff ist mit den Menschenrechten verheiratet -deren historische Jugendlichkeit ihrer Attraktivität keinerlei Abbruch tut (zumal sie weit ältere Ideen und Werte aufgreifen: allein ihre umfassende Bündelung ist jung -ihr Universalitätsanspruch aber lediglich konsequent)… Außerdem war es eine Liebesheirat. Ein Bund fürs Leben, und darüber hinaus. Diese Braut wird also verteidigt: bei der Ehr‘! Jenseits von ihr gibt’s kein Heil -auch wenn das meine noch etwas weiter greift. Aber ohne sie geht halt gar nix. Von Menschen für Menschen erschaffen, steht sie im Einklang mit der Musik und dem Atem der Götter, insbesondere Mutter Nerthus, die lieber Regen als Blut trinkt.

Die Fahrt unseres Bootes aber hat erst begonnen. Hier nur als kleines Beispiel für Gedanken und Bemühungen ums große Thema. Fragen des menschlichen Miteinanders, insbesondere das von Gruppierungen aller Art, nehmen unserer Tage an Wichtigkeit zu: gerade angesichts realer wie auch empfundener Weltlage. Dem Unheil der Zeit etwas Heiles entgegenhalten -das freilich immer wieder neu geschaffen werden muss, umsichtig und sorgsam. Es ist nicht unbedingt einfach. Wer nicht hinabgezogen werden will in den Mahlstrom erodierender Werte zweifelhaften Wertes, braucht haltbare Bindungen: deren Überleben aber wird abhängen von der Souveränität und Praktikabilität ihrer Wertinhalte -und die hängen ab von der Integrität derjenigen Menschen, die sie vertreten. Frei und gleichberechtigt Organisierte haben den längeren Atem. Die höhere Ehre sowieso.

Abspann

Nach dem -und beim (denn die Geschichte geht ja weiter: ist ja gar kein Film, den wir hier drehen…!) – vorsichtigen Wiederauffüllen des Begriffs „Heil“ mit ehrbaren Inhalten bleibt mir ein Anliegen -verbunden mit entsprechender Empfehlung, die ich mir hiermit erlaube -dieses alte, von allzu unheilem Gebrüll noch arg wundgeriebene Wort lieber zu flüstern. Noch besser, es zu leben. Beides aber, damit es heilen kann. Dort findet es nämlich heim. Es? Wir. Alle.

Text © Duke Meyer, im September 2006

Eine Reaktion zu “Heil”

  1. Armin

    faszinierend, ehrlich, die Sprache des Herzens. Danke

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