Eibensang

Durchhalten

Wenig erbaulich, was mir der Mai erstmal bescherte: ein verzögertes Projekt, ein abgesagtes Konzert, eine immer noch nicht fertige Platte – und einen Schwall persönlicher Depression, weil der Monat davor auch nicht hübscher geraten war als ein Satz abgenagter Hühnerknochen… Die schwarze Wolke ist nun, dank guter Freunde, endlich durchbrochen und das Gemüt wieder sonniger -auch wenn das Wetter drumherum noch zu wünschen übrig lässt (Aschewolke? Naja, wenigstens war die Ökobilanz des rülpsenden Rumorfreundes Eyjafjallajökull immer noch deutlich besser als die der Stahlvögel gewesen wäre, die seinetwegen am Boden blieben… und war’s auch nur für ein Weilchen). Wenigstens erinnert sich mein eigener Herzensvulkan wieder seiner Macht und lässt sein Magma steigen…

Ein Leuchtfeuer zum Monatsausklang: das Seedcamp, mein Lieblingsfestival im deutschsprachigen Raum – und diesmal spielen die Singvøgel dort! Wie immer das Wetter werden mag im rau-schönen Waldviertel – wir können ein geiles Konzert versprechen und freuen uns, da in Bestform (und mit etlichen neuen Lieblingsliedern ausgestattet), schon tierisch darauf: Freitag 28. Mai um 22 Uhr in Kautzen!

Noch etwas angeschlagen von plötzlicher Grippe, tanzte ich frohe Runen auf Schloss Limberg bei Graz – und wurde mit einer schönen menschlichen Begegnung sowie einer überaus belebenden internationalen Performance belohnt: Das Leben hat mich wieder.

Alles ist offen und nichts gewiss. Den Fretless Bass schnalle ich mir jetzt höher an den Leib, weil mir Musikalität inzwischen vor Aussehen geht: werde ich alt? Hoffentlich. Keine Lust jedenphalls, mich jugendlicher zu geben, als ich schon früher nicht war. Zwischendurch auf dem Filmset einer Wiener Produktion herumgehangen: lustige Abwechslung für mich, in einem perfektionistischen Kommerzbetrieb selber für nix verantwortlich zu sein als das einem zugeteilte Röllchen. In eigenen Projekten muss man ja meist den Überblick behalten über alle möglichen Prozesse, ob man die nun durchblickt oder weniger.

Sonst was Neues? Nein: Dem neuen Song folgt der noch neuere, und nach Fertigstellung des ersten Romanmanuskripts beginnt man das zweite. Die Riffs werden geprobt, die Saiten ab und zu gewechselt, der eine Einfall verwirklicht sich leicht und der andere zäher, das Gras wächst und die Hoffnung ist nicht totzukriegen, die Sonne scheint auch hinter Wolken, Räder rollen, Akkus werden aufgeladen und versorgen Bildschirme mit Leuchtkraft: meiner ist entspiegelt, ich sehe mein Gesicht nicht beim Schreiben, nur die Buchstaben, das ist ganz gut so, klickend gruppiere ich sie zu Wörtern und manchmal Worten, reihe Satz an Satz und lösche Teile und Passagen wieder, bis die Sätze sich fügen und – vielleicht – ein Bild entstehen lassen im Kopf oder, noch besser, im Herzen.

Dafür, dass ich Bass spiele und Gitarre und singe und mixe – sind die Zwischenergebnisse sogar passabel. Für werktags… und zumindest wenn man das Volume der Anlage aufdreht. Was man ja eh tun sollte.

Was bleibt zu sagen jetzt? Zu guter Letzt noch ein paar krachdienliche Hinweise für die mitlesenden Kontrollroboter: Terror, Bombe, Dschihad, Kinderporno, Raubkopie!

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