Eibensang

Dämon im Tempel

Nacht im Gewölbe
Rundsäulen, schmutzig elfenbein
Und an den Wänden
Totenmasken
In Schwarz und in Grau
Ich ließ meine Gewänder
Zurück auf dem Boden
Auf kalten Fliesen
Ging vor zum Feuer
(Altar aus Beton)
Und flüsterte:
Hilf mir.

Doch kein Gott kam
Kein Geist und kein Satan
Nur Echo, nur Echo
Ich Solo-Seele
Nackthaut im Tempel

So kniete ich nieder
Rieb mir die Hände
Hauchte Dampf-Atem
Und meine Stimme spie
Stille

Bis alles sich drehte.

Als ich erwachte
Fand ich mich liegen
In Stein gemeißelt
In Kälte gegossen
Mit Halogen-Blick
Hinauf Richtung Kuppel

Die war geöffnet
Stück schwarzblauer Himmel
Ein grinsender Stern
Ich wußte, ich lag
Für zweitausend Jahre
Bis Menschen mich finden

Bis Menschen mich finden
Bis Menschen mich finden
Bis Menschen mich finden
Bis Menschen mich
Bis Menschen
Bis

Text © Duke Meyer 1988

Hystéria oder Aufführung auf Deutsch 1988/89

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