Eibensang

Bels Geburtstag

Es gab eine Zeit, da hätte ich mein Leben drum gegeben, mit „echten Heiden“ Beltane zu feiern: mehr interessiert an der Sinnenlust als an „Fruchtbarkeit“, natürlich… Gesehnt, getan: Ich gab mein Leben, und feierte mit Heiden – ob „echt“ oder halb so – Beltane, viele Male – und ein paar Mal trug ich Löwenzahn am Arm: „Ihr könnt mich jagen…“
Und auch danach, als der neckische Brauch, sich mehr oder minder amüsierten Hexen als männliches Freiwild anzubieten, längst vergessen war, feierte ich noch viele Male … das, was als „Beltane“ allmählich zu einem gewissen Mainstream anvanciert scheint. Jedenfalls hat die Verkündung, irgendwas zu unternehmen, das sich auf eine wie auch immer geartete „Walpurgisnacht“ bezieht, jeglichen okkulten Ruch verloren.

Dem ist nicht nachzutrauern. Was die meisten Neuheiden für „wildes Feiern“ halten, erinnert mich eher an Kindergeburtstage. Unheimlich erscheint mir daran höchstens, ein lichtes Frühlingsfest permanent in die Nacht zu verlegen: Aber vielleicht soll ja gar nicht so deutlich werden, dass sowieso nix passiert. Längst kann man mich jagen: mit Ritualen, in denen naive Mädchen beliebigen Alters mit bemühten Piepsstimmen gewaltige Göttinnen beschwören… denen ich noch jedesmal dafür dankte, dass sie sich durchaus nicht angesprochen fühlten von derlei Peinlichkeiten. Inzwischen habe ich’s auch begriffen und bleibe ebenfalls fern.

Es liegt eine Angst in der Zeit und zuviel Apathie in zu jungen Augen. Es fehlt an Magie in den Kreisen derer, die an sie zu glauben vorgeben – und sie umso nötiger hätten, als sie von sonst einer Kunst weder etwas wissen noch wissen wollen. Es liegen Irrgärten zwischen Köpfen und Herzen, und es steht mindestens ein Bann zwischen Traum und Wirklichkeit, der verhindert, dass Träume wirklich werden können und die Wirklichkeit traumhaft. Die Lösung liegt innen: Mit meinem Inneren wird sich verändern, was von außen auf mich einstürmt. Richtig gelesen: Ich sprach nicht über euch – sondern mit.

3 Reaktionen zu “Bels Geburtstag”

  1. Anu

    Well met, Duke 😉

    Für mich ist das ne Altersfrage – bei mir zumindest. Ich habe diese Erlebnisse einfach schon durch… das Gefühl überhaupt ein Ritual zu machen zu so einer „symbolträchigen“ Zeit; das Gefühl überhaupt einmal mit anderen gemeinsam IRGENDWAS zu machen; das Gefühl mit anderen zusammen tatsächlich was RITUELLES zu machen; das Gefühl sowas auch mit Herz, Hirn und Verstand hinzubekommen und dabei auch noch die Seele mitspielen zu lassen *ggg*… usw usf

    Somit reizt mich eben Ringelpiez mit rituellem Anstrich/Einschlag nicht. Einfach irgendwas zu machen hat die Attraktivität völlig verloren, weil mir das die Zeit für Effektives und Nachhaltiges stehlen würde. Vielleicht kommt mal wieder eine Zeit, wo es nichts zu tun gibt – dann ist für Zeitgeist auch wieder Zeit frei.

    Weil ich kraft- und wirkungsvolle Rituale mit Magie und Zauber *zwinker* kenne, hat mich das für magisch oder rituell angehauchtes Sozialisieren restlos verdorben (worüber ich nicht böse bin, weil ich sonst nur denjenigen den Spaß verderben würde, den sie daran mit Fug und Recht finden *lol*)

    Drachen werden älter und manchmal sind sie schon in der Jugend alt *verschmitztschau* und werden auch nicht jünger – wie ein gemeinsam wohl Bekannter nicht nur einmal über mich meinte.

    Schwellenzeiten sind für mich magisch. Sie rituell zu begehen ist mir wichtig und das teile ich nur mit den wenigen Leuten, mit denen ich auch etwas teilen KANN.

  2. WirrLicht

    naja – es ist halt ein termin zum feiern, und ein schöner, weils im frühling ist – außerdem macht die lokale independent-kneipe hier ein feuer an der grillhütte 🙂

  3. Marduk

    och Duke ich kann mich schon an energiegeladene beltanefeiern errinern
    grussMarduk

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